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Vézénobres - Gard - Okzitanien


Vézénobres ist als historische Hauptstadt der getrockneten Feige anerkannt und wurde als "Remarquable Site du Goût" ausgezeichnet. Diese Tradition reicht bis ins Spätmittelalter zurück.

Der auf einem 219 Meter hohen Hügel gelegene mittelalterliche Ort prägt die Landschaft des Departements Gard in der Region Okzitanien. Das Dorf liegt etwa 38 Kilometer vom Provence-Reiseziel Pont du Gard entfernt.

Petite Cité de Caractère
Das sehenswerte Dorf wurde mit dem Label "Petite Cité de Caractère" ausgezeichnet. Dieses Label steht für Städte, die sich durch eine einzigartige Architektur, eine reiche Geschichte und eine besondere Atmosphäre auszeichnen.
Unten im Dorf gibt es ausreichend Parkplätze. Im historischen Zentrum sind keine Autos erlaubt. Deshalb muss man den Hügel hinauf zum Dorf laufen. Da der Aufstieg ins Dorf einige Treppenstufen überwindet und die Gassen mit groben Steinen gepflastert sind, sollte man entsprechende Schuhe tragen.

Vézénobres

Vézénobres mit Château de Girard - fietzfoto, Pixabay
Rue Basse, Natursteinhaus mit Terrasse

Rue Basse, Natursteinhaus mit Terrasse

Château Girard - romanische Häuser - Hôtel Montfaucon - Porte Sabran


Zu den Sehenswürdigkeiten zählen drei als historische Denkmäler geschützte Gebäude: das Château de Calvières, das Maison Foucart und das Tor Porte Sabran. Sehenswert sind außerdem das Hôtel Montaucon, die romanischen Häuser, die ehemalige Burg Château de Girard und die Reste der Stadtmauer.

Die im 14. Jahrhundert erbaute und in die Stadtbefestigung integrierte Burg Château de Girard ist besonders beeindruckend. Heute beherbergt sie das Rathaus (Mairie) sowie das Feigenmuseum (Musée de la Figue) und das Tourismusbüro.

Die von einem 17 Hektar großen Park umgebene Burg Château de Calvières wurde um 1754 im italienischen Stil erbaut. Sie ist ein imposantes Beispiel für die Epoche Ludwigs XV. in dieser Region. Der Privatbesitz kann nicht besichtigt werden..

mitelalterliche Gasse

mittelalterliche Gasse
Place de la Mairie

Place de la Mairie

Außerdem gibt es noch die Ruine der im Jahr 1625 zerstörten Burg Château Fay-Peraut aus dem 12. Jahrhundert. Von ihr ist nur eine dreißig Meter hohe, zerklüftete Mauer übrig. In der schönen Hauptstraße Grand Rue bietet die Crêperie "La P'tite Échoppe" hausgemachte Galettes und Crêpes nach Art der Bretagne zum Verzehr an.

In der berühmten Rue des Maisons Romanes zeugen die gut erhaltenen romanischen Wohn- und Kaufmannshäuser aus dem 11. und 12. Jahrhundert von der mittelalterlichen Blütezeit des Dorfes. Die schlichten Fassaden der Natursteinhäuser wurden aus hartem, weißem Kalkstein mit dicken Mauern erbaut. Damals standen sie an dem wichtigen Handelsplatz am Pilgerweg "Chemin de Régordane".

Ruine des Château Fay-Peraut

Ruine des Château Fay-Peraut
Grand Rue

Grand Rue

Die tausend Jahre alte Handels- und Pilgerroute Chemin de Régordane, die Caesar zur Überquerung der Cevennen nutzte, verbindet Le Puy-en-Velay mit St Gilles du Gard und ist 240 km lang. Sie ist außerdem Teil der Wanderroute "Grande Randonnée GR700" und führt viele Pilger nach Santiago de Compostela.

In den engen, mit Kopfsteinpflaster versehenen Gassen, die von sogenannten Torbögenhäusern gesäumt sind, verspürt man das unverwechselbare Flair eines provenzalischen Dorfes. Es zieht seine Besucher mit der Atmosphäre vergangener Zeiten in den Bann.

Quelle von Vallat de l’Hôspital

Quelle von Vallat de l’Hôspital

Die Quelle von Vallat de l’Hôpital wird vermutlich
schon seit der Antike genutzt.

Derzeit fließt das Wasser über den Platz, speist den
Brunnen und tritt in einem privaten Wassertrog wieder
zutage.
Torbogenhaus

Torbogenhaus

In der Rue Basse 18 befindet sich das prächtige Hôtel de Montfaucon, ein um 1547 im Renaissance-Stil erbautes Herrenhaus. Es trägt den Spitznamen "Maison d’Adam et Eve". Dieser Name leitet sich von dem mit ornamentalem Schmuck in Form von Ranken und Margariten verzierten Giebel des Gebäudes ab.

An der rechten Seite wird er von zwei Figuren im italienischen Stil flankiert, die symbolisch für Klugheit und Stärke stehen. Im Volksmund werden diese beiden allegorischen Gestalten seit jeher als Adam und Eva gedeutet.

Im kleinen Innenhof beeindruckt das Hôtel de Montfaucon mit skulptierten Steinkreuzfenstern sowie einem eleganten, polygonalen Treppenturm mit Terrasse. Über dem Portal befindet sich ein reich verzierter Fries mit Blattwerkreliefs.

Das Dorf war im 13. Jahrhundert von einer Stadtmauer umgeben. In dieser Zeit verfügte Vézénobres über fünf überwachte Zugbrücken mit Toren. Es gab die Tore Porte d'Alais, Porte Bourgoule (auch Porte du Bourg genannt), Porte Viterne und Porte du Fort (auch Porte de l'Aura genannt). Von letzterem existiert noch ein Befestigungsabschnitt.

Hôtel de Montfaucon

Hôtel de Montfaucon
©Monuments historiques, 1992
Porte de Sabran

Porte de Sabran

Die Porte de Sabran, auch Tour de l'Horloge genannt, ist das einzige rundbogige Stadttor aus dem frühen 13. Jahrhundert, das bis heute erhalten geblieben ist. Es diente als Wachturm und Uhrturm und erhielt im 18. Jahrhundert vermutlich einen kleinen Glockenturm. Die Stadtmauer wurde während der Hugenottenkriege im 16. Jahrhundert größtenteils zerstört.

Die abgebildete Uhr war von 1912 bis 1990 im Turm des Sabran-Tors in Betrieb, bis sie elektrifiziert wurde. Sie stammt aus der Ausstellung alter Werkzeuge der sogenannten "Sammlung Jean Septes", die 1997 von der Gemeinde erworben wurde. Im Juli 2012 wurde die Uhr restauriert und in einem Raum ausgestellt, in dem sich früher ein Wasserspeicher befand, der das Dorf mit Wasser versorgte.

ehemalige Uhr der Porte de Sabran

ehemalige Uhr der Porte de Sabran

Vom höchsten Punkt des mittelalterlichen Dorfs aus
hat man einen großartigen Panoramablick.

Der Weg dorthin führt über die Gassen Rue de la Porte
du Fort und Rue du Haut Plan und umfasst etwa sechzig
Treppenstufen. Auf der Anhöhe befindet sich eine
Orientierungstafel.
Die Treppenstufen führen zum Panorama

Die Treppenstufen führen zum Panorama

Vom dann erreichten Plateau, das oberhalb der Picknickplätze liegt, genießt man einen weiten Panoramablick auf die Cevennen, die Garrigue und die Ebene des Gardon. Bei klarer Sicht reicht die Sicht sogar bis zum Mont Bouquet. Mit 629 Metern ist der Guidon du Bouquet der höchste Gipfel des Berges Mont Bouquet.

Panorama

Panorama
Blick auf die Dächer von Vézénobres

Blick auf die Dächer von Vézénobres

Eine Sehenswürdigkeit ist der Brunnen "Fontaine à trois têtes", der sich auf der dem Rathaus gegenüberliegenden Seite befindet. Der Trog dieses dreiköpfigen Brunnens ist an der Mauer zwischen Café und Restaurant angebracht. Aus dem mittleren Mund der drei Köpfe fließt Wasser, weshalb der Brunnen seinen Namen erhielt.

Im Herzen des mittelalterlichen Dorfs befindet sich das abgebildete Restaurant "Le Grenier d’Aladin". Der langjährige Küchenchef ist für seine raffinierte Kochkunst bekannt, die Tradition und regionale Spezialitäten vereint.

Restaurant Le Grenier d’Aladin

Restaurant Le Grenier d’Aladin
Torbogenhaus

Torbogenhaus

Die Kirche Église Saint-André auf der Rue Basse wurde zwischen 1690 und 1692 im unteren Teil des Dorfes errichtet. Sie ist dem Heiligen Andreas geweiht. Besonders sehenswert sind die dekorativen Fresken aus dem 18. Jahrhundert in der Apsis. Das Kirchengebäude wurde 1966 aufwändig renoviert.

Die protestantische Kirche "Temple protestante" befindet sich in der Straße Montée du Temple in der Nähe des Rathauses und des Tourismusbüros. Nach der Zerstörung und Enteignung protestantischer Bauten wurde der Tempel im Jahr 1685 in eine katholische Kirche umgewandelt.

1791 erhielt die protestantische Gemeinde das Gebäude zurück und nutzte es wieder als Kirche. Von 1792 bis 1793 wurde der Tempel restauriert und beherbergt heute eine bemerkenswerte Kanzel.

Kirche Église Saint-André

Kirche "Église Saint-André"
Kirche Temple protestante

Kirche "Temple protestante"

Das Maison de la Figue ist der Geschichte und dem Anbau von Feigen gewidmet. In seinem Gewächshausgarten sind mehr als 100 verschiedene Feigenbaumarten zu besichtigen.

Märkte in Vézénobres - Feigen-Feste


In Vézénobres finden jedes Jahr drei Märkte statt. Der traditionelle wöchentliche Markt findet jeden Donnerstag von 8 bis 13 Uhr im historischen Zentrum statt. Auf ihm werden regionale Produkte und Lebensmittel aller Art angeboten.

Zusätzlich findet in den Monaten Juli und August dienstags von 9 Uhr bis 12.30 Uhr in der mittelalterlichen Stadt der Markt für Geschmack und Handwerkskunst („Marché du Goût et de l'artisanat”) statt. Dort hat man die Möglichkeit, gute Produkte und das Know-how von Künstlern und Handwerkern zu genießen.
Märkte und Markttage anderer Orte

Jeden letzten Sonntag des Monats findet von 7 Uhr bis 13 Uhr ein großer Flohmarkt ("Marché aux Puces") auf dem überdachten Parkplatz am Gardon statt. An den Verkaufsständen kann man stöbern und Raritäten, Schallplatten, Antiquitäten, alte Möbel, Haushaltswaren und Secondhand-Kleidung entdecken.

Die traditionellen Feigenfeste finden im August ("La Figoulade") und am dritten Wochenende im September ("Jours de Figues") statt. Ende November finden außerdem die "Journées méditerranéennes de la figue" in Vézénobres statt.

Restaurant Tipp
Restaurant Tipp:
À la Table d’Alexandre, Hotel Relais Sarrasin (2025)
Bistro-Menü 24 Euro
sehr gute Küche

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