Cap de la Chèvre - Pointe Saint-Hernot (Île Vierge) - Lostmarc'h
Der über 100 Meter hohe Felsvorsprung des Cap de la Chèvre (bretonisch: Beg Penn ar Roz) verfügt über die höchste Steilküste der Halbinsel Presqu'île de Crozon im Naturpark Armorique in der Bretagne. Die Klippenküste des Caps, auch Falaises genannt, bildet den Abschluss der Bucht von Douarnenez und liegt gegenüber der Nordküste des Caps Sizun.
Das Kap, das die Form eines Ziegenkopfs hat, ist die südliche Landzunge der Halbinsel. Auf dem Kap befindet sich der Sémaphore du Cap de la Chèvre. Er dient der Überwachung des Iroise-Meers und des Schiffsverkehrs in der Bucht von Douarnenez.

Sémaphore du Cap de la Chèvre
Denkmal für verstorbene Marineflieger
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Cap de la Chèvre eine imposante Küstenartilleriebatterie errichtet. Diese wurde später in den Atlantikwall integriert. Aus dieser Zeit existieren noch heute einige Spuren und Granatlöcher.
In der Nähe des Sémaphors wurde in einem der vier Panzer der Küstenbatterie ein Marinefliegerdenkmal (Mémorial de l'Aéronautique Navale) errichtet. Es ist den Seeleuten gewidmet, die im Dienst ihr Leben verloren haben. Außerdem befindet sich dort eine Gedenktafel zu Ehren der 3. Armee der USA.

Am Cap de la Chèvre
Ehemaliger Zöllnerweg Gr 34
Die spektakuläre Küste des Cap de la Chèvre lässt sich am besten auf dem ehemaligen Zöllnerweg GR 34 entdecken, der an der Küste entlangführt. Von dort aus kann man beispielsweise bis zur Pointe de Kerroux und zur Pointe de Lostmarc'h wandern.
Die östliche Klippenküste des Cap de la Chèvre besteht aus armorikanischem Sandstein, also aus massiven Schichten von hellgrauem und beigefarbenem Quarzit.

steile Klippenküste des Cap de la Chèvre
Pointe de Pen Hir im dunstigen Hintergrund
Die westliche Küstenseite besteht aus einer Vorstufe des Armorikanischen Sandsteins, nämlich aus Sedimenten und zertrümmerten, ockerfarbenen Felsen. Die intensive Färbung des Iroise-Meers am Cap de la Chèvre ist auf unterschiedliche Wassertiefen zurückzuführen.
Vom Cap de la Chèvre aus hat man einen schönen Blick auf die Landzungen Pointe de Pen Hir und Pointe de Dinan sowie auf die Bucht Baie de Douarnenez und das Cap Sizun mit der Landzunge Pointe du Van.

Mit Heidekraut bewachsene Küste
Die Steilküste (Falaise)
Die von rauer Brandung geschliffene Klippenküste ist beeindruckend. Während auf der dem Seewind ausgesetzten Westseite nur Heidekräuter und karge Sträucher wachsen, findet man auf der Ostseite grüne Wiesen und Baumbestand. In der Mitte des Cap de la Chèvre wächst vor allem Farn.

Felssporn l'Éperon barré de Lostmarc'h
Mauerreste eines Küstenwachpostens
Im Sommer leuchtet das Hochplateau in den kräftigen Farben der lila blühenden Heidekräuter und des gelben Ginsters. In den kleinen, wärmebegünstigten Abschnitten wachsen Pinien.

Plateau im Frühjahr und Sommer
Hochplateau im Herbst
Traditionelle bretonische Natursteinhäuser kann man beispielsweise in den Weilern Rostudel und Ménesguen sehen. Diese befinden sich abseits der Straße zum Cap de la Chèvre. Die alten Gebäude bestehen aus regionalem Naturstein, sind mit dunklen Schieferdächern gedeckt und werden heute oft als ruhige Ferienunterkünfte genutzt.

bretonische Natursteinhäuser in Rostudel
bretonische Natursteinhäuser in Ménesguen
Die Pointe de Rostudel ist ein malerisches Kap an der Ostflanke des Cap de la Chèvre. Von dort aus hat man einen spektakulären Blick auf die Bucht von Douarnenez.
Von Morgat aus unternehmen die "Vedettes sirènes" Bootsfahrten entlang der Klippenküste zur Bucht der Île Vierge. Von einer solchen Bootsfahrt stammt das nachfolgende Foto der Pointe de Saint-Hernot (Île Vierge).

Pointe de Rostudel
Pointe de Saint-Hernot (Île Vierge)
Die Pointe de Saint-Hernot ist eine Landzunge vor dem gleichnamigen Dorf. Die Untergründe aus Fels und Sand lassen am Cap de la Chèvre interessante Farbvarianten des Meeres entstehen. So hat das Iroise-Meer an der Insel Île Vierge ein Flair wie in der Südsee. Die kleine Bucht "Anse de L'Île Vierge" mit Kieselsteinen und klarem, türkisfarbenem Wasser zählte früher oft zu den schönsten Naturstränden Europas.
Vom Dorf Saint-Hernot aus führt der Zöllnerweg GR 34 zur Insel Île Vierge, die auch Pointe de Saint-Hernot genannt wird. Aufgrund erheblicher Erdrutschgefahr wurde der Wanderweg verlegt und der Zugang zur Insel gesperrt. Daher ist nur noch ein spärlicher Blick auf die Île Vierge möglich.

Pointe de Saint-Hernot
Blick auf den Strand der Île Vierge
In früheren Jahren konnte man abenteuerlich über eine Rinne zwischen felsigem Untergrund zum Strand der Île Vierge hinuntergehen – oder eher hinunterrutschen. Dabei sind diese beiden Fotos entstanden.

Strand der Île Vierge
Felsbogen am Strand der Île Vierge
Auf einem versperrten Felssporn an der Pointe de Lostmarc'h befand sich die Verteidigungsanlage Éperon barré de Lostmarc'h, die durch zwei bis drei Meter hohe, doppelte Erddämme und zwei Gräben befestigt war.

Felssporn Pointe de Lostmarc'h
Mauerreste eines Küstenwachpostens
An der Pointe de Lostmarc'h befinden sich die Mauerreste eines Küstenwachpostens aus dem 17. Jahrhundert und ein fast drei Meter hoher Menhir. Von der Landspitze aus hat man einen schönen Blick auf die großen Strände Plage de Lostmarc'h und Plage de la Palue.
Der Felssporn ist ein Ziel der Route des Fortifications auf der Halbinsel Presqu'île de Crozon. Er gehört zur Urgeschichte der Befestigungen.
