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Morlaix - Finistère - Bretagne


Die Silhouette von Morlaix wird vom 58 Meter hohen und 285 Meter langen Viadukt geprägt. Der 1861 erbaute Viadukt besitzt 2 Ebenen mit 9 kleinen Bögen und 14 großen Bögen diente der Eisenbahnverbindung von Paris nach Brest. In der Altstadt vieille Ville von Morlaix zeugen zahlreiche mit Erkern verzierte Gebäude und vorkragende Fachwerkhäuser vom Reichtum der Stadt.

Viadukt - Morlaix
Morlaix - Jachthafen (Port de Plaisance)

Morlaix liegt im nördlichen Département Finistère der Bretagne am Zusammenfluss zweier Flüsse, die den Fluss Morlaix bilden. Die Mündung des Flusses Morlaix ist ein von den Gezeiten beeinflusster Aber, der das Pays de Léon und den Trégor trennt. Der 15 Kilometer lange Aber von Morlaix fließt bei Carantec in die Bucht Baie de Morlaix. Der Aber von Morlaix ist nur bei Flut schiffbar.

Die obere Ebene des Viadukts diente dem Eisenbahnverkehr. Die untere Ebene ist über eine Treppe erreichbar und kann zu Fuß überquert werden. Von der unteren Ebene des Viadukts sieht man auf den Place des Otages. Der Platz Place des Otages erinnert an die im Krieg von deutschen Soldaten getöteten Bretonen.

untere Ebene des Viadukts - Morlaix
Blick auf Morlaix vom Viadukt

Das Rathaus (Hotel de Ville) und ein alter Kiosk aus dem Jahr 1903 sind am Place des Otages angesiedelt. Gegenüber befindet sich der Place Charles de Gaulle mit dem dahinter liegenden Jachthafen (Port de Plaisance).

Auf dem Quai du Léon steht das mächtige Gebäude der ehemaligen königlichen Tabakmanufaktur (Manufacture Royale des Tabacs) aus dem Jahr 1740. Das Gebäude des Theaters (Théatre) wurde 1888 im italienischen Stil erbaut.

Das ehemalige Jakobinerkloster (Couvent des Jacobins) ist das älteste Gebäude der Stadt. Das Kloster wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Die Rosette des Chorhaupts stammt aus dem 15. Jahrhundert. Seit 1887 beherbergt das Jakobinerkloster das Museum Musée des Beaux-Arts de Morlaix. Das Museum zeigt zeitgenössische Kunst des 20. Jahrhunderts von Künstlern der Bretagne.

Morlaix - Place des Otages
Morlaix - Place Charles de Gaulle

Zu den Sehenswürdigkeiten von Morlaix zählen die mittelalterliche Altstadt (vieille Ville), das Gebäude der königlichen Tabakmanufaktur, der Hafen, die Kirchen Saint-Melaine und Saint-Mathieu und der Viadukt. In den Fußgängerzonen der mittelalterlichen Altstadt befinden sich Häuser aus dem 15. Jahrhundert, Fachwerkhäuser und moderne Ladengeschäfte.

Laternenhaus der Herzogin Anne (Maison Duchesse Anne) - Pondalez


Der Baustil der in der Renaissance erbauten Laternenhäuser (Maisons à Lanterne), der nur in der Altstadt (vieille Ville) von Morlaix vorkommt, ist eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit. Ein Laternenhaus ist wie ein mehrgeschossiges Fachwerkhaus (Maisons à Pans) um einen alle Stockwerke umfassenden beleuchteten Innenhof gebaut. Der beleuchte Innenhof war der privilegierte Raum des Hauses.

Ein Maison à Pondalez genanntes Haus besticht durch eine imposante Wendeltreppe, die als "Ponts d'allée" zur Verbindung der Geschosse dient. Das Laternenhaus der Herzogin Anne (Maison dite de la Duchesse Anne) in der Rue du Mur sowie ein Maison à Pondalez in der Grand Rue können besichtigt werden. Das dreistöckige Laternenhaus der Herzogin Anne der Bretagne wurde um 1530 mit einer reich verzierten Fassade erbaut.

Morlaix - Altstadt
Morlaix - Rathaus (Hotel de Ville)

Das Prachtstück im Haus der Herzogin Anne ist die imposante Wendeltreppe aus Eichenholz, die drei Stockwerke verbindet. Die Säule der Wendeltreppe ist mit kunstvollen Holzskulpturen der Heiligen Rochus, Martin, Christopherus und dem Erzengel Michael verziert. Der zentrale Innenhof besaß einen monumentalen Kamin, der über mehrere Geschosse reichte und als Küche und Empfangsraum diente.

Kirche Église Saint-Melaine - Saint-Mathieu


Die Kirche Église Saint-Melaine wurde im Flamboyantstil errichtet. Der südliche Portalvorbau trägt die gotische Zahl 1489. Der von 1511 bis 1575 errichtete Kirchturm erhielt zunächst eine Renaissancekuppel, die im Jahr 1879 durch die aktuelle Kirchturmspitze ersetzt wurde. Die linke Seite der Kirche wurde bei einer Bombardierung stark beschädigt und nach dem Krieg instand gesetzt.

Eine tonnenförmige Holzdecke wölbt sich über dem Kirchenschiff. Das Kirchenschiff besitzt beidseitig durch sechs kräftige Säulen gestützte Seitenschiffe. Im rechten Seitenschiff befinden sich die beiden Kapellen Chapelle des Trépassés und Chapelle de l'Enfant Jésus. Der Altaraufsatz (Retable) der Kapelle Chapelle des Trépassés beeindruckt durch ein Gemälde aus dem Jahr 1780, das von den Statuen des Heiligen Saint Yves und der Jungfrau Maria beschützt wird.

Kirche Saint-Melaine mit Portalvorbau - Morlaix
Kirche Saint-Melaine in Morlaix

Das schöne Taufbecken mit geschnitzten hölzernen Baldachin stammt aus dem Jahr 1660. In den mit Kielbögen verzierten Nischen des Kirchenschiffs befinden sich Statuen und Gemälde des 15. bis 17. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist das Orgelgehäuse, das noch aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Der Kirchturm der Kirche Saint-Mathieu aus dem Jahr 1548 ist eines der ersten Renaissancegebäude in der Region. Im Kirchenschiff befindet sich die vergoldete Holzstatue Notre Dame du Mur aus dem Jahr 1400. Wenn die Statue Notre Dame de Mur geöffnet wird, entdeckt man eine geschnitzte Dreifaltigkeit und gemalte Szenen aus dem Neuen Testament.

Beachtenswert sind links neben dem Chor zwei polychrome Holzreliefs mit dem Abendmahl (Cène) und das Waschen der Füße (Lavement des Pieds). Rechts neben dem Chor erhebt sich ein Hochrelief der Kreuzigung (Cruzification). Ein Herzstück unter den Statuen ist eine Gruppe der Kreuzigung.

Weitere Statuen stammen aus der alten Kirche Saint-Mathieu oder aus der Basilika der Stiftskirche Collégiale de Notre-Dame du Mur, die während der Revolution zerstört wurden.

Die bunten Kirchenglasfenster erinnern an das Leben des heiligen Matthäus (Saint-Mathieu). Unter dem Buntglasfenster befindet sich ein vergoldeter hölzerner Tabernakel aus dem 17. Jahrhundert. Der Orgelprospekt stammt aus dem Jahr 1667.

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