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Concarneau - Ville close - Fort Cabellou - Château Kériolet


Concarneau hat sich im Mittelalter um seine sehenswerte Altstadt in der Flussmündung des Moros entwickelt. Die Ville close genannte Altstadt liegt mit ihren engen Gassen auf einer 380 Meter langen und 220 Meter breiten Insel, die von zwei durch einen Wehrbau getrennte Brücken mit dem Festland verbunden ist. Die Ville close stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Concarneau gehört zu den Sehenswürdigkeiten der historischen Provinz Cornouaille im Département Finistère der Bretagne. Die zwischen 2,5 und 3 Meter dicke Stadtmauer (Rempart) aus Granit umgibt die Altstadt auf einer Gesamtlänge von etwa 980 Meter. Die Stadtmauern wurden zwischen den Jahren 1541 und 1577 mit diversen Türmen und Pecherkern errichtet.

Ville close Concarneau
Glockenturm (Beffroi) Ville close Concarneau

Der auf der zum Festland führenden Brücke befestigte Anker gehörte dem Passagierdampfer Great Eastern. Der Dampfer wurde zuletzt für die Verlegung von Telekommunikationskabeln eingesetzt.

Die Türme Tour du Major und Tour du Gouverneur flankieren den mit Kanonengeschützen dekorierten Eingangsbereich der Ville close. Das Haus des Gouverneurs stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Auffallend sind der 1906 errichtete Glockenturm (Beffroi) mit Uhr und die zusätzliche Sonnenuhr auf der Wand des ehemaligen Wachpostens (ancien Poste de Garde). Der Spruch auf der Sonnenuhr lautet: Tempus fugit velut umbra. (übersetzt: Die Zeit flieht, wie auch der Schatten.)

Die massive Stadtmauer wird durch die Türme Tour Neuve, Tour de la Porte au Vin, Tour du Passage, Tour du Port aux Chiens, Tour Fer à Cheval, Tour du Maure und Tour de la Fortune verstärkt. Von der zu begehenden Stadtmauer (Rempart) blickt man auf den Fischereihafen und den Yachthafen. Die Tore Porte au Vin, Porte des Larrons und Porte du Passage erlauben den Zugang zur befestigten Altstadt Ville close.

Stadtmauer (Rempart) mit Eingangstor Ville close Concarneau
Tor (Porte du Passage) Ville close Concarneau

Man überquert den Ravelin und geht durch das mit einem Wappen geschmückten Eingangstor in einen befestigten Innenhof. Auf dem Cour du Gouvernement befindet sich ein schöner Brunnen aus dem Jahr 1880 (Puits à dôme du Château de Kériolet). Durch das Tor (Porte du Passage) aus dem Jahr 1785 betritt man einen Kai, von dem zwei Fähren die Besucher der Ville close zum Festland von Concarneau übersetzen (Passage Lanriec).

Die alte Kapelle Chapelle de l’Hôpital de la Trinité wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Rechts neben der mit einem Zackenbogen geschmückten Tür der Kapelle steht in der Nische eine moderne Statue des Heiligen Saint Guénolé aus dem Jahr 1954. Der Giebel mit den Kirchenfenstern ist das letzte Relikt der Krankenhauskapelle (Chapelle de l’Hôpital de la Trinité). Das Krankenhaus wurde im 19. Jahrhundert vollständig zerstört.

Brunnen Puits à dôme du Château de Kériolet Ville close Concarneau
Statue Saint Guénolé Ville close Concarneau

Die Rosenkranzkapelle (Chapelle du Rosaire) oder das Portal sollen aus dem 15. Jahrhundert stammen. In der Rosenkranzkapelle befindet sich zur Zeit das Fischereimuseum (Musée de la Pêche). Das Fischereimuseum zeigt die Techniken der Meeresfischerei sowie eine Sammlung von Schiffsmodellen und Alltagsgegenständen. Im Außengelände des Museums kann man den Fischkutter Hémérica besichtigen.

Der Yachthafen (Port de Plaisance) verfügt über insgesamt 767 Liegeplätze rund um Concarneau. Der Vorhafen zwischen der Hafenmeisterei und der Ville close bietet 291 Plätze. Im Hinterhafen stehen 50 Liegeplätze zur Verfügung. Etwa 350 Ankerplätze befinden sich zwischen der Halbinsel Presqu’île du Cabellou und der Bucht Anse de Kersaux.

Fischkutter Hémérica Ville close Concarneau
Yachthafen (Port de Plaisance) Ville close Concarneau

Der Turm Tour du Fer à Cheval wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Bei Restaurierungsarbeiten entdeckte man Reste des 13. Jahrhunderts. Vom Turm Tour du Fer à Cheval hat man einen schönen Blick auf das durch Kriminalromane mit Kommissar Dupin bekannte Hotel l'Amiral.

Den Place Saint-Guénolé schmückt ein schöner Brunnen (Fontaine aux Crocodiles) aus dem Jahr 1856. Sehenswert sind vorkragende Fachwerk- oder Granithäuser mit Steingiebel und Seitenschornstein. Die kleinem Fenster im Dachgeschoss dienten zum Lüften der Fischernetze.

Hafenfront mit Hotel l'Amiral Concarneau
Place Saint-Guénolé, vorkragendes Fachwerkhaus, Ville close Concarneau

In den teils engen Gassen der Ville close haben sich zahlreiche Ladengeschäfte mit bretonischen Spezialitäten, Kleidung und Geschenkartikeln niedergelassen. Künstler stellen Gemälde, Skulpturen und Keramiken aus. In Cafés und Restaurants wird für das leibliche Wohl gesorgt.

Die Conserverie Courtin ist die älteste Fischkonservenfabrik von Concarneau und besteht seit dem Jahr 1893. Die Spezialität der Konservenfabrik Courtin ist ein "Confit de Noix de Saint-Jacques", das sind in Fett gekochte und haltbar gemachte Jakobsmuscheln.

Rue Vauban Ville close Concarneau
Conserverie Courtin Ville close Concarneau

Noix de Saint-Jacques Conserverie Courtin Concarneau
Die Conserverie Courtin beschreibt ihr Confit wie folgt:
Die Jakobsmuscheln werden in frischer Butter gekocht und mit der Butter in Steintöpfen für die Dauer von 3 Wochen aufbewahrt, dann werden sie erneut mit frischer Butter und Zwiebeln gekocht.

Das Rezept stammt aus dem Jahr 1893 und wurde bisher nicht verändert. Die Conserverie Courtin ist der einzige Hersteller in Frankreich, der ein Confit de Saint-Jacques in Konserven anbietet.

Die ehemalige Pfarrkirche Kirche Église de Saint-Guénolé wurde 1830 erbaut und ersetzte eine Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche Saint-Guénolé wurde 1937 stillgelegt und in ein Altersheim umgewandelt. Übrig blieben nur die Fassade und der Glockenturm mit dem hohen zylindrischen Turm.

Für die Besichtigung der Ville close empfehlen wir die Monate Mai, Juni, September und Oktober. Im Sommer ist die Altstadt überlaufen. Concarneau wurde mit dem Label "Stadt und Land der Kunst und Geschichte" ausgezeichnet. In der Belle Époque gehörten zahlreiche Maler der Künstlergruppe Group Concarneau an, die damals viel berühmter war als die Maler der École de Pont-Aven.

Kirche Saint-Guénolé Concarneau
Fischereihafen Port Concarneau

Concarneau besitzt einen bedeutenden Fischereihafen
(Port de Pêche). Er ist der größte Fischereihafen für
tropischen Thunfisch (Thon).
Die im Atlantik und indischen Ozean gefangenen
Thunfische werden in Dakar, an der Elfenbeinküste,
auf den Seychellen und in Madagaskar entladen.

Zu den fünf wichtigsten in der Fischauktionshalle (la Criée) verkauften Fischarten gehören Schellfisch (Églefin), Seehecht (Merlu), Sardinen, Seeteufel (Lotte) und Kaisergranat (Langoustine). In der Hochsee werden außerdem Kabeljau (Cabillaud), Rotzungen (Limande) und Seezungen (Sole) gefangen, die ebenfalls in ein Auktion verkauft werden.

Vom Fischereihafen werden Pendelfahrten nach Beg Meil angeboten. Von Ende Juni bis Ende September können Bootsfahrten zu den Inseln Îles de Glénan unternommen werden. Zusätzlich werden jeden Tag Ausflugsfahrten in die Bucht von Concarneau angeboten.

Von 8 bis 13 Uhr findet jeweils montags ein kleiner Markt (Marché) und freitags ein großer Markt auf dem Place Jean Jaurès gegenüber der Ville close statt. Zusätzlich verkaufen 17 Einzelhändler in der Markthalle "Les Halles" täglich von 8 Uhr bis 13 Uhr und von 17 Uhr bis 19.30 Uhr ihre Waren.

Markthalle Les Halles Concarneau
Fort du Cabellou - Concarneau

Die Station für Meeresbiologie (Station de Biologie marine) umfasst sowohl ein Forschungs- und Lehrzentrum für Meeresbiologie und Ozeanologie als auch einen öffentlichen Raum, der lebende Exemplare in Aquarien zeigt: das "Marinarium". Die Station ist die älteste meeresbiologische Forschungsstelle, die noch in Betrieb ist.

Das Fort du Cabellou wurde 1746 in Concarneau zusätzlich zu den Befestigungsanlagen der Bucht von Beg Meil gebaut, um die Einfahrt der Bucht Baie de la Forêt ​​zu verteidigen. Die Festung Fort du Cabellou besitzt ein Wachhaus und ein Pulverfass. Das Pulverfass hat ein fassförmiges, kugelsicheres Steindach.

Der Eingang des Fort du Cabellou ist durch zwei halbe Bastionen geschützt. Die Brüstung hat sechs auf das Meer ausgerichtete Wandöffnungen. Die Artilleriebatterien sind in Form eines Hufeisens installiert. Seit dem 19. Jahrhundert ist das Fort du Cabellou stillgelegt.

Schloss Château de Kériolet Concarneau
Das feudale neugotische Schloss Château de Kériolet wurde 1862 bis 1880 nach dem Vorbild der Schlösser Château de Blois, Pierrefonds und Josselin erbaut.

Das L-förmige Hauptgebäude wurde mit einem Wachhaus, einem Turm und einem Eingangsportal zum Ehrenhof (Portail d'Entrée sur la Cour d'Honneur) angebaut.

Die südliche Fassade von Schloss Kériolet ist mit Symbolen der bretonischen Geschichte und Tradition verziert. Die Symbole umfassen Bretonen in traditionellen Kostümen, Hermelinpfoten und Lilien.

Der mit einem Kamin ausgestattete Wachraum (Salle des Gardes) wurde für große Empfänge genutzt. Die bemalten Glasfenster des Wachraums stellen die Könige von Frankreich dar.

Der Waffenraum wurde im mittelalterlichen Stil renoviert. Im Waffenraum steht unter anderem eine Kirchenbank aus dem 16. Jahrhundert.

Im voll eingerichteten Wohnzimmer befinden sich Sammlungen von Wandteppichen, chinesischem Porzellan, Steingut und Terrakotta. Das gut restaurierte Esszimmer besitzt eine Holzdecke aus Lilien und Hermelinpfoten und ist derzeit als chinesisches Wohnzimmer eingerichtet.

Die Wände der Küche blieben mit den handgemalten Steingutfliesen aus Desvres erhalten. In der Küche wurde im großen Ofen, im Kamin und im kleinen Brotofen gekocht. Zur Überwachung der Schlossanlage diente der Wachturm Tour de Garde.

Eingangsportal zum Ehrenhof Château de Kériolet
Tour de Garde Château de Kériolet

Vom Innenhof sieht man die diversen Baustile des Schlossgebäudes. Der Westflügel ist mittelalterlich. Ein Teil des Nordflügels ist im Renaissancestil gehalten und der Wachraum repräsentiert neugotischen Stil.

Das Schloss Kériolet steht unter Denkmalschutz und wurde zuletzt 1988 restauriert. Das Schloss Kériolet kann von Mitte Juni bis Mitte September besichtigt werden.
(Quelle: www.chateaudekeriolet.com/historique-du-chateau/)

Festival Fête des Filets Bleus


Jedes Jahr wird Mitte August in Concarneau das Festival Fête des Filets Bleus (Fest der blauen Netze) gefeiert. Das Fête des Filets Bleus wurde 1905 zur Unterstützung der Fischer ins Leben gerufen, nachdem keine Sardinen gefangen wurden.

Das Festival wurde nach den traditionellen blauen Netzen der Fischereiflotte von Concarneau benannt. Es ist eines der größten Festivals der bretonischen und keltischen Kultur zu dem die einheimische Bevölkerung in alten Trachten erscheint.

Einen erholsamen Spaziergang mit Blick auf Concarneau können Sie an der Pointe de Beg-Meil unternehmen.

Restaurant Tipp
Restaurant Tipp:
Le Chantier (2021)
am Hafen Concarneau
Menü 34 Euro
sehr gute Küche