Insel Île de Bréhat - Rosa Granitküste
Die Insel Île de Bréhat gehört zur Rosa Granitküste (Côte de Granit Rose) im historischen Land Goëlo im Département Côtes-d'Armor in der Bretagne. Von der bei Paimpol gelegenen Pointe de l'Arcouest aus fahren Schnellboote zum Hafen Port-Clos der blumenreichen Insel.
Aufgrund der vielen Überfahrten ist die Insel sehr überlaufen. Vermeiden Sie daher die Inselbesichtigung an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien! Die 3,5 Kilometer lange und bis zu 1,5 Kilometer breite Insel des Bréhat-Archipels gehört zur Gemeinde Ploubazlanec. In der näheren Umgebung befinden sich die Inseln Île Raguénès, Béniguet, Grou Ézen (auch Grouezen), Ar-Morbic, Lavrec und Logodec.

Pointe de l'Arcouest - Ploubazlanec
Hafen Port-Clos
Die Insel Bréhat besteht aus einer Süd- und einer Nordinsel, die durch die Brücke "Pont ar Prat" miteinander verbunden sind. Die höchste Erhebung ist der 35 Meter hohe Hügel Crec'h Simon auf der Südinsel.
Auf der blumenreichen Südinsel wachsen Hortensien, Mimosen, Säckelblumen, Schmucklilien, Artischocken, Feigenbäume und sogar Palmen. Zwischen den eindrucksvollen rosa Granitfelsen der Nordinsel (Île de Rochers Roses) hat sich durch starke Winde eine trockene Moorlandschaft entwickelt. Die Landschaft der Insel Bréhat zählt zu den geschützten Gebieten.
Der einzige Ort Le Bourg und der Hafen Port-Clos befinden sich auf der Südinsel. Der Hafen verfügt über drei Kaianlagen, sodass die Boote bei hohem oder niedrigem Wasserstand anlegen können. In der Nähe des Hafens liegt der kleine Strand Plage du Guerzido.

Insel Île de Bréhat
3. Hafenmole und Le Bourg
Die von einem Wassergraben umgebene Zitadelle liegt außerhalb des Dorfes. Sie besteht aus einem quadratischen Innenhof, der von Räumen umgeben ist und von einer Terrasse überragt wird. Die Räume der Zitadelle werden von der Glasbläserei "Verreries de Bréhat" genutzt.
Den Dorfplatz von Le Bourg säumen Häuser aus rosa Granit und Platanen. In dessen Nähe befinden sich einfache Restaurants, Cafés, Souvenirgeschäfte, das Tourismusbüro "Office de Tourisme" sowie öffentliche Toiletten. Unter den schattenspendenden Bäumen laden Bänke zum Ausruhen oder zu einem Picknick ein.

Dorfplatz
Zu den Sehenswürdigkeiten der Südinsel zählen die
Kapelle Chapelle Saint-Michel, die Brücke Pont ar Prat,
die Gezeitenmühle Moulin à Marée du Birlot, sowie die
Zitadelle und die Kirche Église Notre-Dame de Bréhat.
Tourismusbüro Office de Tourisme
Die Kirche Église Notre-Dame de Bréhat, auch Notre-Dame de Bonne Nouvelle genannt, wurde im Jahr 1651 erbaut. Der Zugang zur Kirche erfolgt über eine Vorhalle, die zum im Jahr 1700 eingerichteten Friedhof gehört. In der Vorhalle befinden sich an der Wand und im Boden eingelassene, gemeißelte Grabsteine der Familie Fleury aus dem 18. Jahrhundert.
Die markante Mauer des Glockenturms, die durch zwei kreisförmige Türme verbunden ist, wurde im unteren Teil 1658 und im oberen Teil 1770 errichtet. Das Kirchenschiff wird von zwei Seitengängen mit mehreren Buchten flankiert und verfügt über ein Querschiff sowie einen Chor.

Friedhof und Kirche Notre-Dame de Bréhat
Die Kanzel aus dem 16. Jahrhundert wird von einer
Karyatide getragen, die einen Mann mit erhobenen
Armen darstellt.
In einer Nische rechts von der Kanzel steht eine große
Statue von Saint Riom.
Glockenturm der Kirche
Der Altaraufsatz des Hochaltars stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der dreiteilige Altaraufsatz im Rokokostil zeigt Statuen der Jungfrau Maria und des heiligen Joseph. In der Mitte ist ein Gemälde zu sehen, das die Kreuzigung sowie Maria Magdalena darstellt.

Grabteine im Boden der Vorhalle
Hochaltar
Der Altaraufsatz "Retable du Rosaire" in der linken Rosenkranzkapelle beinhaltet ein Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, welches die Übergabe des Rosenkranzes durch die Jungfrau Maria an den heiligen Simon Stock und die heilige Brigitta von Kildare darstellt. Der Altaraufsatz "Retable du Christ" in der rechten Seitenkapelle zeigt die Taufe Christi durch Johannes den Täufer im Jordan.
Das schön verzierte hölzerne Portal der Taufkapelle stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die außergewöhnlich geformten Beichtstühle wurden hingegen im 18. Jahrhundert gefertigt. In den Kirchenfenstern sind die vier Evangelisten und die Taufe Jesu als Glasmalereien dargestellt.

Retable du Rosaire
Retable du Christ
Sehenswert sind die Kopien der Gemälde Kreuzabnahme "Descente de Croix" von Rubens und Verkündigung "Annonciation" von Raffael. Das Gemälde Notre-Dame de la Merci wurde im Jahr 1716 geschaffen. In der Kirche befinden sich außerdem beeindruckende Statuen der Jungfrau sowie der Heiligen Nikodemus, Rion (17. Jahrhundert), Yves und Johannes, dem Täufer.

hölzernes Portal der Taufkapelle
Gemälde der Verkündigung
Die im Jahr 1852 erbaute Kapelle Saint-Michel ist schon von weitem zu sehen. Sie befindet sich auf einem 26 Meter hohen Felshügel und ist über 39 Stufen zu erreichen. Von der Hügelkuppe aus hat man einen großartigen Blick über die gesamte Insel Île de Bréhat.
Von dort aus führt der Weg zum an der Küste gelegenen Croix de Maudez. Das im Jahr 1788 errichtete Kreuz erinnert an den Mönch Maudez, der im Jahr 570 auf einer Nachbarinsel ein Kloster gründete.
Vor der Südinsel befinden sich auf kleinen Felsriffen die Leuchttürme Phare de la Croix und der im Jahr 1840 erbaute Phare des Héaux de Bréhat. Die auf der Südinsel stehende Windmühle Crec'h Tarec wurde im 17. Jahrhundert erbaut.
Über die im Jahr 1695 von Vauban erbaute Brücke Pont-ar-Prat erreicht man die Nordinsel, die mit ihrer außergewöhnlich geformten Rosa Granitküste beeindruckt. Vor der Brücke öffnet sich die weite, windgeschützte Bucht Anse de la Corderie, die von der kleinen, mit Mauern geschützten Insel Îlot Roc'h Velen und kleinen Stränden geprägt ist.

Kai und Bootsrampe Pont-ar-Prat - Îlot Roc'h Velen
Bucht Anse de la Corderie
Zu den beeindruckenden Sehenswürdigkeiten der Nordinsel Bréhat zählen die Bucht Anse de la Corderie, die Kapelle Keranroux, die Windmühle Crec'h-ar-Pot, die Ruinen der Kapelle Saint-Rion, der Leuchtturm Phare du Paon sowie die Rosa Granitküste.
Die Nordinsel Bréhat ist dünn besiedelt. Zwei Bauern betreiben dort Landwirtschaft und Viehzucht mit Rindern. Die Rinder haben eine üppig grüne Weide zur Verfügung. Vor der Kapelle Chapelle de Keranroux sehen wir professionell angelegte Gemüsefelder mit Artischocken.
In der 1860 errichteten Kapelle werden Ex-Votos aufbewahrt, die von Seeleuten gestiftet wurden. In einem modernen Buntglasfenster ist der Heilige Saint Maudez dargestellt. In einer Nische über dem Altaraufsatz steht die Statue Notre-Dame de Keranroux.

Artisckocken vor der Kapelle Keranroux
Die Windmühle "Moulin à vent de Crec'h-ar-Pot", auch
bekannt als Mühle Nord, stammt aus dem Jahr 1748,
ihre Produktion wurde 1881 eingestellt.
Früher war die Windmühle Crec'h-ar-Pot mit einem
beweglichen Dach versehen, sodass die Flügel dem
Wind zugewandt werden konnten.
Innenansicht der Kapelle Keranroux
Auf dem Weg zum Leuchtturm "Phare du Paon" kommt man an den Ruinen der im 12. Jahrhundert erbauten Kapelle "Chapelle Saint-Rion" vorbei. Neben dem ehemaligen Eingang der Kapelle bewacht eine Statue des Heiligen Saint Rion einen Steintrog, der einst als Taufbecken diente.
Je näher man der Küste der Nordinsel Bréhat kommt, desto mehr verändert sich die Landschaft. Plötzlich ist die moorige, üppig grüne Landschaft von aufgetürmten, rosa Granitfelsen durchsetzt. Am Ende der Nordspitze der Insel Bréhat erhebt sich majestätisch der Leuchtturm Phare du Paon an der Rosa Granitküste. Gemeinsam mit dem Leuchtturm Rosédo hilft er Seefahrern, das Horaine-Riff zu passieren.

Nordinsel Bréhat
Leuchtturm Phare du Paon
Der zwölf Meter hohe Leuchtturm Phare du Paon wurde halbkreisförmig zum Meer hin und quadratisch zum Inselinneren hin errichtet. Im Inneren verfügt er über eine Wendeltreppe, die zu einer kleinen oberen Terrasse führt. Der weiß gestrichene Leuchtturm wurde aus rotem Porphyr erbaut. Er besitzt ein festes Licht mit weißen, roten und grünen Sektoren.
Zum Leuchtturm führt ein grober, schottriger Weg aus Granitsteinen. Über eine betonierte Treppe gelangt man auf die mit einer Mauer gesicherte Plattform. Von dort aus haben Besucher einen Panoramablick auf die bizarr zerklüftete Rosa Granitküste und den Abgrund vor dem Leuchtturm.

Rückseite Leuchtturm Phare du Paon
Vorderseite Leuchtturm Phare du Paon
Der Leuchtturm "Phare du Rosédo" wurde zwischen 1947 und 1949 auf einem Hügel der Nordinsel Bréhat in der Nähe des Sémaphores errichtet. Der rechteckige Leuchtturm, dessen eine Seite halbrund ist, wurde an die Fassade eines Wohngebäudes angebaut.
Er ist über 13 Meter hoch und wurde automatisiert. Das Gebäude wird nicht mehr bewohnt. Der 32 Meter hohe Sémaphore wurde 1862 konstruiert.

Die zerklüftete Rosa Granitküste
Abgrund des Leuchtturms Phare du Paon
Der 1954 erbaute Leuchtturm Phare des Roches-Douvres steht auf der Hochebene von Roches-Douvres zwischen den Inseln Bréhat und Guernsey im Ärmelkanal. Er ist der letzte in Frankreich erbaute Leuchtturm auf See sowie der am weitesten von einer Küste entfernte Leuchtturm Europas. Er beeindruckt mit einem 58 Meter hohen Turm und einem fünfstöckigen, ovalen Leuchtfeuerwärterhaus.
Auf dem Rückweg von Paimpol lohnt sich ein Abstecher in den sehenswerten Ort Pontrieux.
