Fontvieille liegt in der Nähe der Städte Arles, Les Baux-de-Provence und Maussane-les-Alpilles im Département Bouches-du-Rhône in der Provence. Das authentische provenzalische Dorf ist Teil des regionalen Naturparks Alpilles.
Der Name des Ortes leitet sich von einer Wasserquelle ab, die bereits in der Römerzeit genutzt wurde. "Fontvieille" setzt sich aus den Wörtern "font" (Quelle oder Brunnen) und "vieille" (alt) zusammen.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Mühle Moulin Alphonse Daudet, der Turm Tour des Abbés, die Kirche Saint-Pierre-ès-Liens, die Quelle Vieille Font sowie die Aquädukte und die römische Mühle von Barbegal.
Entdecken Sie das alte Dorf Fontvieille mit seinen von zahlreichen blühenden Oleanderbüschen geschmückten Gassen. Fontvieille hat sich um seine Kirche Saint-Pierre-ès-Liens entwickelt, die sich inmitten der beschaulichen Altstadt befindet.
Auf dem Kirchplatz steht eine dekorative, gusseiserne Frauenstatue, die anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Revolution im Jahr 1889 aufgestellt wurde. Auf einer gusseisernen Platte befindet sich die Inschrift "À la Gloire de la Révolution française".
Der zwischen 1347 und 1353 erbaute Turm "Tour des Abbés” diente sowohl als Verteidigungs- als auch als Wohngebäude. Er sollte Fontvieille gegenüber den mächtigen Herren von Baux schützen und war mit der Abtei Montmajor verbunden.
Er ist mit weiteren Gebäuden kombiniert, in denen sich das Herrschaftshaus sowie ein Zeremoniensaal befanden, in dem Gerechtigkeit gesprochen wurde. Der Turm wurde auf Veranlassung des Abtes Pierre de Canilhac während des Hundertjährigen Kriegs errichtet.
Die Markthalle (Les Halles) an der Straße Cours Hyacinthe Bellon wurde im Jahr 2004 im Stil einer im 19. Jahrhundert errichteten Halle erbaut. Schräg gegenüber der Markthalle befindet sich in der Mitte einer Straßenkreuzung in einem begrünten Beet eine Büste des Schriftstellers Alphonse Daudet.
"Lou Planet" auch "Le Planet" genannt. war einst einer der bedeutenden Steinbrüche mit unterirdischen Stollen, in dem Kalkstein abgebaut wurde. Aus ihm entstand die Straße Grand Rue, die allmählich von in den Fels gehauenen Häusern bevölkert wurde, wodurch ganz oder teilweise Höhlenwohnungen entstanden.
In der authentischen Umgebung eines restaurierten ehemaligen Hühnerstalls (Poulailler) aus dem 18. Jahrhundert empfängt das seit 1990 bestehende Restaurant La Table du Meunier seine Gäste. Es ist für seine hausgemachten provenzalischen Gerichte aus frischen regionalen Produkten bekannt.
Fontvieille verfügt über ein außergewöhnliches Ensemble megalithischer Monumente aus der französischen Vorgeschichte. Es handelt sich um vier unterirdische Grabstätten, sogenannte "Hypogäen" (französisch: hypogées), die am Ende der Jungsteinzeit, zwischen 3300 und 3000 v. Chr., in den Felsen angelegt wurden.
Sie sind halb in die Erde eingegraben und besitzen wie die Dolmen in der Bretagne eine Abdeckung aus Steinplatten. Besichtigt werden kann das Hypogäum von Castelet, das sich zwischen der Abtei Montmajour und dem Dorf Fontvieille befindet.
Château de Montauban - Kirche Saint-Pierre-ès-Liens
Das Château de Montauban ist von einem riesigen Park umgeben. Das prächtige Herrenhaus beeindruckt mit seiner monumentalen Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Es war der Wohnsitz der Familie Ambroy und ist der ideale Ort, um die Geschichte und das Werk ihres berühmtesten Gastes, Alphonse Daudet, zu entdecken.
Der Schriftsteller hielt sich zwischen 1864 und 1891 regelmäßig dort auf. Hier fand er Inspiration und Erholung. Das im Château de Montauban eingerichtete Museum präsentiert eine Sammlung zu Alphonse Daudet und zeigt weniger bekannte Aspekte der regionalen Geschichte von der Antike bis zum Mittelalter..
Die Kirche Saint-Pierre-ès-Liens wurde im Jahr 1695 errichtet. Ihre Fassade weist Elemente antiker Tempel auf. Das imposante Portal wird beidseitig von Pilastern mit Kapitellen gesäumt, die ein Gesims tragen. Dieses besteht aus einem Architrav mit zwei horizontalen Streifen, einem Fries und einem kleinen Sims. Über dem Portal befindet sich ein Dreiecksgiebel mit Wappen.
Die Kirche beeindruckt mit zwei Glockentürmen in unterschiedlichem Stil. Der linke, viereckige Glockenturm wurde 1765 mit einer runden Kuppel errichtet. Er ist mit einer Wetterfahne verziert. Der 1866 rechts angebaute, ebenfalls viereckige Glockenturm ist ein Uhrturm (Tour de l'Horloge). Er trägt eine Uhr, ist mit Aufbauten verziert und wird von einer mehreckigen Kuppel überragt.
Das Kirchenschiff verfügt über zwei Seitenschiffe und ist im klassizistischen Stil gestaltet. Ein mit zwei Holzstatuen verzierter Triumphbogen trennt das Kirchenschiff vom Chor. Der 1874 erbaute Hochaltar aus weißem Marmor besitzt fünf Nischen mit Marmorstatuen, die von grauen Säulen eingefasst sind.
Ein Seitenaltar ist Notre-Dame de Lourdes gewidmet. Die fünfeckige weiße Kanzel hat einen Kanzelkorb, der von fünf braunen Heiligenstatuen verziert wird. Sehenswert ist auch der barocke Baldachin. In der Nische neben der Kanzel steht eine kleine Orgel.
Der Kirchenname "Saint-Pierre-ès-Lièns" bezieht sich auf die Ketten, mit denen der Apostel Petrus während seiner Gefangenschaft gefesselt war, und wurde daher nach ihm benannt.
Vom Parkplatz "Le Planet", der sich an der Straße RD 33a zwischen Tarascon und Fontvieille befindet, kann man eine leichte Wanderung durch die schöne Landschaft der Alpilles unternehmen. Dabei entdeckt man die Kapelle Saint-Gabriel auf der antiken Stätte Ernaginum, an der sich die Aggripinische und die Domitianische Route kreuzen.
Südlich von Fontvieille, am Rande der Alpilles, steht auf einer kleinen Anhöhe die Mühle Moulin d'Alphonse Daudet. Ursprünglich war sie unter den Namen Moulin Ribet oder Moulin Saint Pierre bekannt. Die 1814 erbaute Windmühle wurde bis 1915 zum Mahlen von Weizen genutzt.
Vom Parkplatz aus führt eine schöne Pinienallee zur Moulin d'Alphonse Daudet. Entgegen der lokalen Legende hat Alphonse Daudet (1840–1897) dort nie gelebt, obwohl er über dieses Gebäude schrieb.
Das Untergeschoss der Mühle beherbergt heute das Musée Alphonse Daudet. Das Museum informiert darüber, dass Daudet die Mühle nie gekauft hat und seinen Wohnsitz in seinen Erzählungen "Lettres de mon Moulin" (zu Deutsch: "Briefe aus meiner Mühle”) frei erfunden hat. Die Moulin de Daudet kann nur von April bis Oktober besichtigt werden.
In der Nähe der Moulin d’Alphonse Daudet steht der Altar des Vaterlandes (Autel de la Patrie), ein kubischer Stein mit einer quadratischen Aushöhlung. Er wurde 1794, zur Zeit der Französischen Revolution, erbaut.
Die Moulin Sourdon ist die älteste der vier Mühlen von Fontvieille. Sie wurde 1791 erbaut und war bis ins 19. Jahrhundert hinein in Betrieb. Die auf einem Hügel westlich der Kiefernallee gelegene Moulin Sourdon wurde 2015 restauriert.
Die Moulin Ramet hingegen thront nur noch mit ihrem Turm auf einem Hügel über dem Dorf.
Sie wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut.
Die Moulin Tissot-Avon war der Lieblingsort von Alphonse Daudet. Sie lag in der Nähe des Château de Montauban, wo er bei seinen Cousins, der Familie Ambroy, wohnte.
Die Moulin Tissot-Avon war fast 100 Jahre lang in Betrieb, bis der Müller 1905 starb und die Mühle geschlossen wurde. Die Mühle wurde 2016 restauriert.
Der Wanderweg "Sentier des Moulins" führt als Rundweg vom Fremdenverkehrsbüro zum Château de Montauban und an den vier Windmühlen vorbei durch die Natur. Er ist das ganze Jahr über zugänglich. Während der Sommermonate (1. Juni bis 30. September) ist der Zugang der Alpilles reglementiert.
Aquädukt - Mühlen von Barbegal
Das römische Aquädukt und die Mühlen von Barbegal (französisch: Aqueduc et Moulins de Barbegal) sind ein römischer Mühlenkomplex in Fontvieille. Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurde die Stadt Arles durch ein Aquädukt mit Wasser aus verschiedenen Quellen nördlich und südlich der Alpilles versorgt.
Oberhalb des Vallon des Arcs mündeten diese Quellen in ein Sammelbecken. Von dort aus floss das Wasser in einem einzigen Kanal weiter nach Arles. Die Fundstelle Barbegal liegt zwölf Kilometer nordöstlich von Arles in der Nähe von Fontvieille, wo das Arles-Aquädukt an einem steilen Abhang vorbeiführte.
Die Anlage aus acht Mühlen verarbeitete das Wasser aus zwei symmetrischen Reihen von jeweils acht Wasserfällen, die 16 kaskadenförmig angeordnete Räder antrieben. Mit einer Länge von 61 Metern und einer Breite von 20 Metern ist die Mühlenanlage von Barbegal die am besten erhaltene der römischen Welt.
provenzalischer Markt (Marché provençal)
Der provenzalische Markt (Marché provençal) findet jeden Montag und Freitag von 8 bis 13 Uhr auf dem Champ de Foire, dem Parkplatz an der Avenue des Moulins in Fontvieille, statt.
Auf dem Markt werden unter anderem Fleisch- und Wurstwaren, Fisch und Meeresfrüchte, Obst und Gemüse, Käse, Brot, Gewürze, Blumen, Fertiggerichte und andere regionale Produkte angeboten.
Außerdem kann man dort Kleidung, Küchenutensilien, Möbel und Spielzeug kaufen. Markttage in der Provence