Pointe du Toulinguet - Grand und Petit Gouin
Die Pointe du Toulinguet, die Pointe du Grand Gouin. die Pointe du Petit Gouin sowie das Manoir de Coecilian des Dichters Saint-Pol-Roux befinden sich in Camaret-sur-Mer auf der Halbinsel Presqu'île de Crozon. Sie sind Teil des Regionalen Naturparks Armorique im Département Finistère in der Bretagne.
Auf der mehr als 60 Meter hohen Steilküste der Pointe du Toulinguet befinden sich in einem eingemauerten Militärgebiet die Überreste des Fort du Toulinguet, ein Sémaphore und ein Leuchtturm (Phare du Toulinguet). Bereits im 12. Jahrhundert gab es an dieser Stelle eine Verteidigungsanlage. Von den Umbauten, die Vauban im Jahr 1694 durchführte, sind am Fuße des Leuchtturms nur noch wenige Überreste erhalten.

Pointe du Toulinguet von Camaret-sur-Mer aus gesehen
Sémaphore und Phare du Toulinguet
Zur Verstärkung wurde 1812 ein zusätzlicher Turm gebaut und mit Soldaten besetzt. Diese sollten verhindern, dass Schiffe zwischen Camaret-sur-Mer und dem Fort de Bertheaume anlegten.
Die 300 Meter lange Festungsmauer mit Schießscharten wurde im Jahr 1884 errichtet. Sie versperrt den Zugang zur Spitze der Landzunge und darf nicht betreten werden. Von der niedrigen Batterie Vaubans ist nur noch eine schwer erkennbare Plattform übrig.

Ehemalige Verteidigungsanlage ©G. Artur / N. Lambart
Tor zum Militärgebiet
Am höchsten Punkt der Landzunge wurde im Jahr 1812 ein 9 × 9 Meter großer Wehrturm nach dem Standardmodell Tour-modèle 1811 errichtet. Um 1884 wurde er im Kehlbereich durch eine Verteidigungsmauer mit einem gemauerten Graben abgeschirmt. Dieser verlief um den Turm und stützte sich an den Nord- und Südsteilhängen der Halbinsel ab.
Der Turm erstreckt sich über drei Ebenen. Die oberste Ebene ist eine mit einer Brüstung versehene Artillerie-Terrasse. Die einzige Änderung an dem Bauwerk war die Entfernung der Zugbrücke im Jahr 1884, wodurch ein ebenerdiger Eingang ermöglicht wurde.
Von den zehn vorhandenen Türmen dieser Bauart befindet sich jeweils einer auf der Pointe du Toulinguet und der Pointe des Espagnols. Ein weiterer Turm steht in der historischen Provinz Cornouaille.

Wehrturm Tour-modèle 1811
Festungsmauer und Plattform der Batterie Vaubans
Der 1952 erbaute Sémaphore du Toulinguet auf der gleichnamigen Landzunge dient der Überwachung des Schiffsverkehrs. Der Phare du Toulinguet wurde hingegen bereits 1849 als Leuchtturmhaus errichtet.
Von der Pointe du Toulinguet aus hat man einen schönen Blick auf die Landzungen Pointe de Pen Hir und Pointe Saint-Mathieu sowie auf die Küste vor Camaret-sur-Mer. Unterhalb der Pointe du Toulinguet befindet sich der Strand Plage de Pen Hat, an dem aufgrund gefährlicher Strömungen das Baden verboten ist.

Blick in Richtung Pointe Saint-Mathieu
Wanderweg an der steilen Klippenküste
Die Pointe du Toulinguet wird von mehreren mehr oder weniger tiefen Höhlen durchzogen, die bei Hochwasser sichtbar werden. Die größte dieser Höhlen, die Grotte de Marie Lévêque, ist nur an ruhigen Tagen mit großen Gezeiten (Grande Marée) zugänglich.
Die Bucht Anse de Camaret wird von den Landzungen Pointe du Grand Gouin und Pointe de Tremet begrenzt. Der ehemalige Zöllnerweg ist heute ein Wanderweg (GR 34), der von der Pointe du Toulinguet über die Pointe du Grand Gouin nach Camaret-sur-Mer führt. Für diese abwechslungsreiche Wanderung sollte man etwa eine Stunde einplanen.

Bucht Anse de Camaret
Reste einer Geschützstellung
In der Nähe der Pointe du Grand Gouin befinden sich noch Überreste von Verteidigungsanlagen, die einst zur wichtigsten Küstenverteidigung der Halbinsel Crozon gehörten.
Zu den Verteidigungsanlagen gehörten vier 220-mm-Schneider-Geschützstellungen in Einbuchtungen, die jeweils von vier Bunkern, einem Feuerleitposten und mehreren Flugabwehrkanonen begleitet wurden. Zwei dieser Geschützstellungen sind noch heute sichtbar.

Pointe du Grand Gouin
Camaret-sur-Mer
Die Landzunge Pointe du Grand Gouin ist ein Felsvorsprung mit senkrechten Klippen, der sich westlich der Bucht von Camaret-sur-Mer befindet. Sie ist unterteilt in den Grand Gouin (die Spitze der Klippe) und den Petit Gouin (die mittlere Klippe). Vom Zöllnerweg GR 34 aus hat man einen schönen Blick auf Camaret-sur-Mer.
Das Fort du Petit Gouin (Réduit Modell 1846) an der Pointe du Petit Gouin wurde 1859 erbaut. Im Jahr 1941 errichteten die Deutschen etwas unterhalb einen Bunker zur Unterbringung der Truppen. Außerdem wurden zwei bewaffnete Bunker mit 105-mm-Kanonen erbaut. Das Fort du Grand Gouin wurde 2019 restauriert.

Fort du Petit Gouin
Die Außenmauer des Forts wurde verputzt und die
Innenräume instand gesetzt. Zudem wurde eine
Treppe zur Plattform installiert, die man nun betreten
kann. Ein Blick ist jedoch nur durch die Schießscharten
möglich.
Innenräume des Fort du Petit Gouin
Zu den Bauwerken der Route des Fortifications der Halbinsel Presqu'île de Crozon gehören die Forts an der Pointe du Petit Gouin und an der Pointe du Toulinguet. An der Pointe du Petit Minou befindet sich das Fort du Petit Minou. Auf der Halbinsel Presqu'île de Roscanvel befinden sich die Überreste der Forts de la Fraternité und des Capucins. Letzteres kann besichtigt werden.
Die geschichtsträchtigen Ruinen des neugotischen Manoir de Saint-Pol-Roux (auch Manoir de Coecilian genannt) befinden sich oberhalb des Strands Plage de Pen Hat am Wanderweg, der von der Pointe de Pen Hir zur Pointe du Toulinguet verläuft.
1903 kaufte der Dichter Saint-Pol-Roux (1861–1940) ein Fischerhaus mit Blick auf den Strand Plage de Pen Hat und baute es unter dem Namen „Manoir de Boultous” in ein bombastisches Herrenhaus mit acht Türmen um. Nach dem Tod seines Sohnes Coecilian erhielt das Anwesen den Namen "Manoir de Coecilian".

Manoir de Saint-Pol-Roux
Ehemaliges Manoir de Saint-Pol-Roux
Im Juni 1940 wurde das Manoir de Coecilian von einem deutschen Soldaten überfallen. Er tötete die Haushälterin und verwundete Saint-Pol-Roux sowie dessen Tochter, bevor er floh. Das Manoir de Coecilian wurde 1944 von den Alliierten mehrfach bombardiert und brannte vollständig nieder.
Eine weitere aussichtsreiche Rundwanderung führt von Camaret-sur-Mer auf die Höhen und entlang der Pointe du Toulinguet. Wir haben auf dem kleinen Parkplatz mit Platz für drei oder vier Pkw an der Rue Pierre Péron geparkt. Von dort aus steigt man auf den GR 34 hinab zur Bucht Porzh Korven. Die Bucht ist für ihre uralten Felsformationen bekannt.

Oberhalb der Bucht Porzh Korven
Bucht Porzh Korven
Im Südosten wird sie von einer großen Klippe gesäumt, die im unteren Teil dunkles Gestein freilegt. Dieser Schieferbestand besteht aus Sandstein, der durch die Verfestigung alter Schlamm- und Sandschichten entstanden ist.
Diese hatten sich vor 600 bis 540 Millionen Jahren hier abgelagert. Anschließend wurden die Schichten zunächst gefaltet und dann an die Oberfläche gehoben, wo sie 60 Millionen Jahre lang der Erosion ausgesetzt waren.
Entlang der von Farn bewachsenen Küste wandert man, bis man auf einen steilen Pfad trifft, der zur Pointe du Toulinguet führt. Von dort aus geht es über den von Stechginster gesäumten Küstenweg steil hinauf.

Steiler Pfad zur Pointe du Toulinguet
Steiler Wanderweg
Nach dem Aufstieg durch eine eher lieblich geprägte Landschaft ändert sich die Szenerie auf der Anhöhe. Sie wird nun von wild zerklüfteten Felsbrocken dominiert.

Blick auf das Iroise-Meer
Blick Richtung Camaret-sur-Mer
Das Militärgebiet ist bis zum Iroise-Meer durch eine Festungsmauer eingezäunt. Der Wanderweg GR 34 verläuft direkt daran entlang und führt zum Wehrturm.

Festungsmauer
Wanderweg zum Wehrturms
Wir sehen den Strand Plage de Pen Hat, dahinter die Pointe de Pen Hir und die Felsen Tas de Pois. Anschließend steigen wir die Pointe du Toulinguet hinab und gehen durch die Dünen zum Parkplatz in Camaret-sur-Mer.

Plage Pen Hat, Pointe de Pen Hir und Tas de Pois
Rückweg zum Parkplatz
Für diese schöne Rundwanderung sollten Sie etwa eineinhalb Stunden einplanen.
