Bretagne + Provence Urlaub - Sehenswürdigkeiten und Tipps

Aber Benoit - Ildut - Wrac'h - Leuchtturm Phare Île Vierge


Die 65 km lange Aberküste (Côte des Abers) erstreckt sich von Plouescat bis Plougonvelin im Pays de Léon des Départements Finistère der Bretagne. Das Meer hat an der Aberküste zahlreiche große Buchten geformt. Die Aberküste ist auch unter dem Begriff Küste der Legenden (Côte des Légendes) bekannt.

Benoit, Ildut und Wrac'h sind Flüsse des Pays de Léon in der Bretagne. Die Aber Benoit, Ildut und Wrac'h sind so genannte "Rias". Ein Ria ist eine Bucht, die durch Eindringen des Meeres in ein Flusstal und dessen Nebentäler entstanden ist. Ein Ria heißt in der Bretagne "Aber".

Die Mündungsbereiche der Buchten Aber Benoit, Aber Ildut und Aber Wrac'h werden durch die Gezeiten beeinflusst. Die 8 km lange Bucht Aber Benoit befindet sich zwischen Aber Wrac'h und Aber Ildut.

Aber Benoit
Aber Wrac'h

Der Fluss Ildut überschwemmte das flache Tal und bildete den Aber Ildut. Aber Ildut ist die kleinste der drei Buchten im Pays de Léon. Der Wrac'h mündet zwischen Landéda und Plouguerneau in den Ärmelkanal (la Manche). Die 32 km lange Bucht Aber Wrac'h ist die wichtigste der drei Buchten im Norden des Finistère.

Bei Ebbe ist die Brücke Pont du Diable aus dem 5. Jahrhundert vor Christus über der Bucht Aber Wrac’h zu sehen. Die Pont du Diable wurde aus Steinblöcken ohne Bindemittel errichtet und ist die älteste Brücke der Bretagne.

Aber Wrac'h
Plouguerneau-Lilia

In der Bucht Aber Wrac'h befindet sich 1,5 km vor Plouguerneau-Lilia die Insel Île Vierge. Auf der Insel Île Vierge stehen zwei Leuchttürme. Der alte Leuchtturm (ancien Phare) wurde 1842 bis 1845 als viereckiger Turm auf einem zweistöckigem Gebäude gebaut. Im zweigeschossigen Gebäude befanden sich die Räume des Leuchtturmwärters.

Leuchtturm Phare de l'Île Vierge und ancien Phare

Der ancien Phare ist 33 Meter hoch und war bis zur
Fertigstellung des Leuchtturms Phare de l'Île Vierge in
Betrieb.

Heute wird nur noch das Nebelhorn (1200 Watt) des
ancien Phare genutzt.
Leuchtturm Phare de l'Île Vierge und ancien Phare

Der Phare de l'Île Vierge ist mit 82,5 Meter der höchste Leuchtturm Europas und soll auch der höchste Steinleuchtturm der Welt sein. Der Leuchtturm Phare de l'Île Vierge wurde von 1897 bis 1902 aus Kersanton-Granit gebaut. Das Leuchtfeuer bringt alle 5 Sekunden einen Blitz und hat eine Reichweite von 52 km.

Der Phare de l'Île Vierge ist im Innern mit 12500 opalartigen Platten verkleidet. 2010 wurde der Leuchtturm Phare de l'Île Vierge vollständig automatisiert. Der Phare de l'Île Vierge kann besichtigt werden. 397 Stufen führen auf die Plattform des Turms.

Fort de Bertheaume - Pointe du Cleguer - Roches Argenton - Portsall


Fort de Bertheaume

Die Festung Fort de Bertheaume steht auf einer kleinen felsigen Insel der Gemeinde Plougonvelin und ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Das Fort de Bertheaume ist 37 Meter hoch und erlaubt einen unverbaubaren Blick auf die Bucht Rade de Brest.

Ein früheres Gebäude des Fort de Bertheaume aus dem Jahr 1474 wurde vermutlich 1558 zerstört. Der bekannte Baumeister Vauban ließ an dieser Stelle 1689 eine Geschützstellung errichten, um die Bucht von Brest zu schützen.

Die Kaserne mit der Umfassungsmauer, die 13 Meter unter der Erde liegenden Pulverlager und die Batterie des Fort de Bertheaume stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Das Fort de Bertheaume ist in den Monaten Juli und August für Besucher geöffnet. Bertheaume Iroise Aventure bietet Seilrutschen und die Nutzung eines Klettergartens (Via ferrata) an.

Kurz hinter Lampaul-Plouarzel lohnt sich eine kurze Wanderung an der Pointe du Cleguer. Der exponierte und wie ein Igel geformte Felsen befindet sich an der Küstenspitze der Pointe du Cleguer.

Pointe du Cleguer
Felsen an der Pointe du Cleguer

In Porspoder existiert der sehenswerte mittelalterliche Hafen Port de Mazou. Etwa dreißig Baumstämme, 8 bis 10 m hoch, die mit ihren Wurzeln in den Meeressand gepflanzt sind, werden als Anlegepfähle für Boote verwendet. Der Hafen Port de Mazou in Porspoder ist mit dem Hafen Port Gwin Zegal in der Nähe von Plouha (Côtes-d'Armor) einer der letzten Häfen dieser außergewöhnlichen Anlegemethode in Frankreich.

Über Lanildut und Porspoder erreicht man die von den Felsen Roches d'Argenton und Roches de Portsall durchsetzte Aberküste. Die Straße zwischen Argenton und Portsall wird als Route touristique bezeichnet. Portsall ist ein Ortsteil von Ploudalmézeau.

Besonders eindrucksvoll wirkt die Brandung von Portsall und Argenton bei auflandigem Wind und Flut. Während das Meer ohne Wind ruhig erscheint, schlägt es bei starkem Wind und beginnender Flut gegen viele Felsen und offenbart die gefährliche Strömung.

Durch die Strömung ist die Aberküste bei Argenton und Portsall für Schiffe schwierig zu befahren. Vor der Bucht Baie de Trémazan stehen viele kleine Leuchttürme und Seezeichen im Meer, um Felsen und Hindernisse zu markieren.

Roches d'Argenton / Portsall
Roches d'Argenton / Portsall

Vor Portsall lief am 1978 der Öltanker Amoco Cadiz auf Grund. An der gesamten Küste sieht man schwarze Flecke auf Felsen, die das ausgelaufene Öl des Tankers hinterlassen hat. An das Tankerunglück erinnert der Anker der Amoco Cadiz, der in Portsall aufgestellt wurde.

Portsall
Portsall Anker Amoco Cadiz

Die Rundfahrt kann auch mit einer Besichtigung der schönen Landzungen Pointe Saint-Mathieu und der Pointe de Corsen verbunden werden. Wir empfehlen: wandern Fort de Bertheaume - Pointe Saint-Mathieu.

Restaurant Tipp: Auberge du vieux Puits, Lampaul-Plouarzel
Restaurant Tipp:
Auberge du vieux Puits
Lampaul - Plouarzel
Menüangebot mittags (Formule 2 Gänge, 1 Glas Wein oder Café) 19 Euro
sehr gute Küche