Das malerische Pont-Aven liegt am Ufer des Flusses Aven, nur wenige Kilometer von Concarneau entfernt. Der Fluss Aven unterliegt den Gezeiten. Er fließt durch den Ort, vorbei an sehenswerten Wassermühlen, durch ein Chaos von Felsen und mündet schließlich in den Atlantik. Pont-Aven befindet sich im historischen Land Cornouaille im Département Finistère in der Bretagne.
Granitbrücke neben dem Laden Traou Mad Geschäft mit Spécialités Bretonnes
Pont-Aven ist eine der kleinen Städte mit Charakter, die über zahlreiche Sehenswürdigkeiten verfügt. Der fischreiche Fluss Aven durchfließt die Stadt und bietet mit seinen Felsen und Grünanlagen ein wunderschönes Panorama.
Die mit Blumen geschmückte Fußgängerbrücke (Passerelle), die im Jahr 1907 erbaut wurde, führt über den Yachthafen ins Zentrum. Sehenswert ist das historische Geländer der Brücke.
In der Rue des Meunières, der Rue des Abbés Tanguy und auf dem Place Julia sind wunderschöne alte Häuser zu bewundern. Ihre Granitfassaden stammen aus dem 15., 17. und 18. Jahrhundert. Früher waren die Häuser Residenzen von Händlern, Müllern und königlichen Beamten der reichen Handelsstadt.
große ehemalige Residenz Fußgängerbrücke (Passerelle)
Der Hafen von Pont-Aven ist den Gezeiten ausgesetzt. Damit große Boote die Aven hinauffahren können, sind hohe Koeffizienten erforderlich. Der maximale Tiefgang beträgt vier Meter. Der Yachthafen (Port de Plaisance) bietet 80 Liegeplätze.
Wenn man entlang des Yachthafens geht, gelangt man zu den Gassen von Pont-Aven. Zu beiden Seiten des Hafens kann man Villen aus dem frühen 20. Jahrhundert bewundern. Das hübsche Reetdachhaus (Chaumière) gehört zum Hotel und Restaurant Roz Aven.
Yachthafen (Port de Plaisance) Reetdachhaus (Chaumière)
Die Stadt Pont-Aven ist bekannt für die "Galettes de Pont-Aven", die unter dem bretonischen Namen "Traou Mad" vermarktet werden.
Die Galettes de Pont-Aven werden aus Weizenmehl, gesalzener Butter, Zucker und Eiern hergestellt. Anschließend werden sie mit Magermilch bestrichen und goldbraun gebacken. "Traou Mad" bedeutet auf Deutsch "gute Dinge".
Schlendern Sie von der Biscuiterie aus durch die von zahlreichen Kunstgalerien und Geschäften gesäumten Gassen von Pont-Aven.
Biscuiterie Traou Mad Biscuiterie de Pont-Aven - l'Atelier de la Galette
Schule von Pont-Aven - Museum
Die "Schule von Pont-Aven" (École de Pont-Aven) war eine Künstlergruppe, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in Pont-Aven zusammenfand. Ab 1888 waren etwa fünfzig Maler regelmäßig in Pont-Aven und schufen dort ihre großartigen Werke, die dem Ort den Namen "Stadt der Maler" bescherten.
Zu den bekanntesten Künstlern zählten die Postimpressionisten Paul Gauguin, Émile Bernard, Paul-Émile Colin, Paul Sérusier, Charles Filiger, Maxime Maufra, Henry Moret, Ernest de Chamaillard, Paul Sébillot und Louis Roy. Um Paul Gauguin bildete sich eine Künstlerkolonie. Die fotografierten Schilder sind in den Straßen aufgestellt.
Paul Gauguin: Danse de quattre Bretonnes Paul Gauguin: Crique en Face du Port
Im Museum Musée de Pont-Aven können die Werke von der Pont-Aven-Schule bis zur zeitgenössischen Kunst besichtigt werden. Es ist von Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Xavier Grall - Chaos de l'Aven - Mühle Grand Poulguin - Rosmadec
Die Promenade Xavier Grall verläuft entlang der Aven und überquert einen Zuleitungskanal der ehemaligen Mühle Moulin de Poulhouars. In einer Gartenanlage wird die Verteilung des Wassers zwischen den Mühlen veranschaulicht. Die Schleusentore existieren noch heute.
Früher knieten die Frauen auf den Steintreppen, um ihre Wäsche im Aven zu waschen. Die überdachten Waschplätze waren wie Logen angelegt.
Gatenanlage der Promenade Xavier Grall Blick von der Promenade
Die Promenade Xavier Grall ist dem gleichnamigen Journalisten und Schriftsteller gewidmet. In ihrer Verlängerung befindet sich das Chaos de l'Aven, das zu einem Halt einlädt. Der vom Chaos de l'Aven geschaffene Tumult gab der ehemaligen Mühle Moulin du petit Poulguin ihren Namen.
Ein großer Felsbrocken namens "Sabot de Gargantua"(Schuh des Gargantua) im Wasser erinnert daran, dass die Helden der Sagen immer an den schönsten Stellen anzutreffen sind.
Blick auf die Aven Waschplatz-Loge am Fluss
Die enormen Granitblöcke des Chaos de l'Aven im Fluss sind beeindruckend. Sie wurden durch Gletschererosion, Regen, Wind und die Strömung des Aven geschliffen. Kleine Wasserfälle und malerische Felsblöcke lassen den Fluss fröhlich plätschern.
Ein einstündiger Spaziergang führt am Ufer des Aven entlang durch den Bois d'Amour, den Wald der Liebe. Der Bois d'Amour ist ein symbolträchtiger Wald der Maler. Im Jahr 1888 entdeckte Paul Sérusier das Talent von Paul Gauguin, den Bois d'Amour farbenfroh darzustellen.
Chaos de l'Aven Chaos de l'Aven
Früher belebte das Wasser des Aven 14 Mühlen in der kleinen Stadt. Zwei dieser Mühlen sind bis heute erhalten geblieben. Die Moulin du Grand Poulguin wird heute als Restaurant, Crêperie, Pizzeria und Eisdiele genutzt. In der Mühle können ein Mühlstein, die beiden Räder und die Ventile bewundert werden.
Moulin du Grand Poulguin Rückseite der Moulin du Grand Poulguin
Die im 15. Jahrhundert erbaute Moulin de Rosmadec war bis 1925 in Betrieb. In ihren Räumen befindet sich ein mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Restaurant. Im Speisesaal sind noch die beiden Mühlsteine zu sehen.
Moulin de Rosmadec Vorderseite Moulin de Rosmadec
Kirche Saint-Joseph - Notre-Dame-de Trémalo - Bois d'Amour
Die Kirche Saint-Joseph wurde 1875 im neugotischen Stil in Form eines lateinischen Kreuzes mit zwei Seitenschiffen erbaut. Aufgrund des engen Baugrundstücks bilden die beiden Seitenschiffe ein falsches Querschiff.
Der Glockenturm wurde mit einer durchbrochenen Glockenkammer und einer sechseckigen Pfeilspitze errichtet. Die drei Kirchenglocken stammen aus dem Jahr 1897, das siebenjochige Kirchenschiff ist seit 1888 mit einem blau getäfelten Gewölbe mit verzierten Querbalken gedeckt. Die Seitenschiffe sind durch spitzbogige Arkaden vom Kirchenschiff getrennt.
Kirche Saint-Joseph Kirchenschiff
Im Kirchenschiff befinden sich drei Gemälde von Émile Bernard, die den Kreuzweg, die Kreuzigung und die Kreuzabnahme darstellen. Die Gemälde entstanden in einer künstlerischen Phase des jungen Künstlers. Sie entsprechen nicht dem Stil der "Schule von Pont-Aven".
Der Altaraufsatz des Hochaltars wurde aus dunklem Holz mit zwei farbigen Reliefs gefertigt. Zu beiden Seiten des Altars steht auf einem Sockel eine Engelstatue. In der Kirche befinden sich außerdem Statuen der Heiligen Saint Josef, Saint Yves, Saint Nicolas, Saint Guénolé (18. Jahrhundert) und von Jesus.
Hochaltar
Die modernen, bunten Kirchenfenster zeigen das Leben von Saint Joseph und die Verehrung des Heiligen Saint Mathurin.
Andere Fenster sind eine Hommage an Pater Tanguy und zeigen die Vorstellung des Saint Guénaël durch den Heiligen Saint Guénolé.
Jesus Statue
Die Kirche Saint-Joseph wurde zuletzt in den Jahren 2003 bis 2004 innen und außen restauriert.
Ti Gwastell (bretonisch für „Haus des Kuchens“) ist eine berühmte historische Fassade in Pont-Aven. Sie ist für ihr wunderschönes, traditionelles Fliesenmosaik bekannt. Das Mosaik auf dem Haus in der Nähe der Kirche zeigt lokale Bäcker und das bretonische Leben.
Kirchenfenster Ti Gwastell
Oberhalb des Waldes Bois d’Amour befindet sich die Kapelle Chapelle Notre-Dame de Trémalo. Die rechteckige, im gotischen Stil erbaute Chapelle Notre-Dame de Trémalo stammt aus dem Jahr 1550. Auf dem Westgiebel erhebt sich ein kleiner offener Glockenturm, der wiederum von einem höheren gotischen Turm überragt wird.
Das von Seitenschiffen gesäumte Kirchenschiff ist durch gotische Arkaden in sechs Joche unterteilt. Das polychrome Holzkruzifix aus dem 17. Jahrhundert diente Paul Gauguin als Inspiration. Es wurde durch das 1889 von Gauguin gemalte Werk "Der gelbe Christus" bekannt.
Wegkreuz Notre-Dame de Trémalo - Bois d'Amour Bois d'Amour
Fête Belle-Angèle, Fleurs d’Ajonc - Markt in Pont-Aven
Das traditionelle Fest "Fête de la Belle-Angèle" wird jedes Jahr am letzten Flutwochenende im August im Hafen von Pont-Aven gefeiert. Entlang des Kais liegen etwa 30 traditionelle Segelschiffe von 5 bis 30 Metern Länge, darunter Ein-, Zwei- und Dreimaster. Sie erinnern an die Zeit, als Pont-Aven der wichtigste Hafen der historischen Provinz Cornouaille war.
In der Nähe des Hafens steht seit 1932 eine Statue von Théodore Botrel. Dieser organisierte im Jahr 1905 das erste Folklorefest der Bretagne. Das Fest findet jedes Jahr am ersten Sonntag im August statt und wird "Fête des Fleurs d’Ajonc" (Ginsterblütenfest) genannt.
In Pont-Aven findet das ganze Jahr über jeden Dienstag von 8 bis 13 Uhr ein Markt auf dem Rathausplatz statt. Auf dem Wochenmarkt werden Fisch, Obst und Gemüse angeboten. Von Mitte Juni bis Mitte September erstreckt sich der Markt außerdem entlang des Hafenkais. Märkte und Markttage anderer Orte
Etwa siebzehn Kilometer entfernt befindet sich die sehenswerte Altstadt "Ville Close" von Concarneau. Einen schönen Spaziergang können Sie an der Pointe de Beg Meil in Fouesnant unternehmen.