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Site du Gouffre - Plougrescant


Die nördlichste Gemeinde der Bretagne, Plougrescant, befindet sich auf einer halbinselförmigen Landzunge in der historischen Provinz Trégor. Sie liegt zwischen den Städten Perros-Guirec und Tréguier im Département Côtes-d'Armor in der Bretagne.

In der Umgebung von Plougrescant findet man wilde, spektakuläre Felslandschaften wie an der Rosa Granitküste. Geologisch gehört diese Halbinsel jedoch wie Tréguier zur sogenannten Côte d'Ajoncs (Ginsterküste). Plougrescant grenzt auf einer Seite an das Festland und wird von drei Seiten vom Ärmelkanal umschlossen.

Blick vom Zöllnerweg GR 34

Blick vom Zöllnerweg GR 34
Küstenlandschaft Site du Gouffre

Küstenlandschaft Site du Gouffre

Die typische Landschaft mit Felsformationen aus Granit kann man am Standort "Site du Gouffre" und an der Landspitze "Pointe du Château" entdecken. Sie wird vom GR 34 durchquert, dem ehemaligen Zöllnerpfad, der entlang einer spektakulären Küste aus rosa Granit und Stechginster verläuft.

In den von zusammengestürzten Felsen gebildeten Einschnitt "Gouffre de la Baie d’Enfer", der auch als "Gouffre de Plougrescant" bekannt ist, wird das Meer mit voller Wucht zwischen gigantischen Granitblöcken hindurchgeschleudert. Das französische Wort "Gouffre" bedeutet "Abgrund".

In Plougrescant steht das kleine Haus am Abgrund "Castel Meur", das auch "Petite Maison du Gouffre" oder auch Haus zwischen den Felsen "Maison entre les Rochers" genannt wird. Es ist eine Sehenswürdigkeit und ein bekanntes Fotomotiv der Bretagne. Es wurde 1861 zwischen zwei großen, zerklüfteten Felsen erbaut, die das Steinhaus zu erdrücken scheinen.

Haus am Abgrund – Castel Meur mit Teich

Haus am Abgrund – Castel Meur mit Teich
Nahaufnahme Haus am Abgrund – Castel Meur

Nahaufnahme Haus am Abgrund – Castel Meur

"Castel Meur" bedeutet "großes Schloss" (Grand Château) – ein außergewöhnlicher Name für dieses kleine Steinhaus, das den Wellen trotzt! Es wurde mit dem Rücken zum Meer hin erbaut. Die beiden dicken Felsen neben dem Haus sollen es seitlich schützen. Die Vorderseite des Hauses ist zum Salzwasserteich ausgerichtet.

Am Rande des Weges nach Castel Meur sehen Sie den kleinen, geschützten Strand Plage de Poul Stripo. Der natürliche Teich vor Castel Meur beheimatet aufgrund seines Salzgehalts eine charakteristische Flora.

Bei Flut aufspritzendes Wasser

Bei Flut aufspritzendes Wasser
Der GR 34 verläuft zwischen Felsen

Der GR 34 verläuft zwischen Felsen

Das Panorama von Site du Gouffre erstreckt sich über die von Granitfelsen gesäumte Küste. Während die Küste an sonnigen Tagen friedlich aussieht, können Windböen an stürmischen Tagen höllisch sein. Im Jahr 2008 wurde das Petite Maison du Gouffre beinahe von einem Sturm und den damit einhergehenden gigantischen Wellen weggetragen.

Felsen im Ärmelkanal

Felsen im Ärmelkanal
Felsformationen am Küstenweg

Felsformationen am Küstenweg

Zur Gemeinde Plougrescant gehören die Inseln Île d’Er und Île de Pors Scaff. Die Doppelinsel Île d'Er besteht aus der Hauptinsel Enez Terc'h, die sich in Privatbesitz befindet, und der unbewohnten, aber zugänglichen Insel La Petite Île. Bei Ebbe sind die Inseln Enez Terc'h und la petite Île über einen Damm aus Felsblöcken zu Fuß zu erreichen.

Der Begriff "Île Pors Scaff" bezeichnet die mit Pinien bewachsene, unbewohnte Insel "Île aux Pins" und die bewohnte Insel "Île Yvinec". Die beiden Inseln sind bei Ebbe durch eine Sandbank verbunden.

beeindruckende Felslandschaft

beeindruckende Felslandschaft
Blick auf die Felsen an Land und im Wasser

Blick auf die Felsen an Land und im Wasser

Kapelle Saint-Gonéry


Eine Sehenswürdigkeit ist die romanische Kapelle Saint-Gonéry mit ihrem schiefen Glockenturm in Plougrescant. Ihre ältesten Teile stammen aus dem 11. Jahrhundert. Sie steht in einem kleinen, umfriedeten Pfarrbezirk (Enclos Paroissial) mit einem Brunnen, einem Friedhof und einer steinernen Kanzel aus dem 15. Jahrhundert.

Im Süden befindet sich ein Kalvarienberg mit drei monolithischen Kreuzen. Das mittlere Kreuz zeigt in niedrigem Relief den gekreuzigten Christus.

Kapelle Saint-Gonéry

Kapelle Saint-Gonéry ©Erick Frejean

Das ursprüngliche Gebäude wurde im 15. Jahrhundert nach Westen durch ein Kirchenschiff und einen Chor mit Vertäfelungen erweitert. Die alte Kapelle wurde in eine Vorhalle des Glockenturms umgewandelt.

Auf dem Dach des romanischen Gebäudes wurde im Jahr 1612 ein Glockenturm aus Blei angebracht. Die Basis des Bleiturms war jedoch nicht stabil genug, sodass er sich zur einen Seite neigte, während der aufgesetzte Pfeil sich zur anderen Seite neigte und ihm so seine auffällige Silhouette verlieh.

Der Turm ist durch einen Spitzbogen mit dem Kirchenschiff verbunden. Der gotische Teil wird nach Süden und Osten durch auffällige Fenster mit Maßwerk beleuchtet.

In einem der Fensterfelder nahe dem Eingang befinden sich zwei bemerkenswerte Fragmente von Glasmalereien aus dem 15. oder 16. Jahrhundert, die die Jungfrau Maria und den Heiligen Johannes darstellen. In den Querschiffen sind Teile der Traufbalken und Gewölbebänder mit ihren Schnitzereien erhalten geblieben.

Das Gewölbe des Kirchenschiffs ziert eine außergewöhnliche Sammlung von 20 biblischen Szenen, die auf Holzvertäfelungen gemalt sind. Sie stammen aus dem Ende des 15. Jahrhunderts und wurden wunderschön restauriert.

Jede Seite des Gewölbes ist in zwei Register unterteilt: Die oberen Tafeln zeigen Szenen aus dem Alten Testament (Schöpfung), die unteren Szenen aus dem Neuen Testament (Geburt, Passion).

Szene des letzten Abendmahls

Szene des letzten Abendmahls
Membeth, CC0, via Wikimedia Commons
In der Kapelle befinden sich wunderschön skulptierte Grabmale aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Besonders sehenswert ist das monumentale steinerne Grabmal von Guillaume du Halgouët (auch du Halegoët), dem Bischof von Tréguier. Es wurde im Jahr 1599 errichtet.

Der obere Teil der Grabstätte beeindruckt mit einer liegenden Figur, deren Kopf von zwei Engeln gestützt wird. Die Grabstätte wird von Balustern und vier Löwen gestützt.

An jeder Seite des Grabmals befand sich ein Wappen von Guillaume du Halgouët, das während der Revolution zerschlagen wurde.