Sentier des Douaniers - Zöllnerweg - Perros-Guirec, Ploumanac'h
Die rosa Granitküste der Bretagne ist ein Küstenabschnitt mit bizarren Felsen aus rötlichem Granit. Das Granitgestein entstand vor 300 Millionen Jahren in großer Tiefe unter Bergen, die höher waren als die heutigen Alpen. Unter diesen Bergen füllte heißes, zähflüssiges Magma eine riesige unterirdische Tasche.
Durch Erosion verschwanden die Berge, der Granit wurde freigelegt und es entstand eine zerklüftete Felsküste. Einige Felsblöcke stapelten sich dabei übereinander. Diese aufgestapelten Felsen sind als "Chaos de Granit Rose” bekannt.

In der Bretagne erhielt der rosa Granit seine Färbung durch eine Kombination aus drei Mineralien. Dies sind Glimmer (schwarze Farbe), Feldspat (rosa Farbe) und Quarz (charakteristisch durchscheinender Grauton).
Der Zöllnerweg (Sentier des Douaniers, GR 34) verbindet den Hafen Port de Ploumanac'h mit dem Strand Plage de Trestraou in Perros-Guirec und führt durch die als „Grands Sites Naturels de Ploumanac'h” bezeichnete, schönste Landschaft der Rosa Granitküste.
Der Zöllnerweg ist einer der beliebtesten und meistfrequentierten Wanderwege des Départements Côtes-d'Armor.
![]() Der Weg ist für kleine Kinder, Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Personen mit Rollator geeignet. Zu berücksichtigen ist lediglich die Länge des Weges. |
Vom Parkplatz Parking de Sémaphore aus, siehe Karte, sind es nur wenige Schritte bis zum Beginn des Zöllnerwegs (Sentier des Douaniers). Von der Landzunge Pointe du Squewel aus reicht der Blick auf die Vogelschutzgebiete der zehn Kilometer entfernten, unbewohnten Inseln Sept-Îles.


Von Perros-Guirec, Ploumanac'h und Trégastel werden im Sommer Bootsfahrten zum Archipel Sept-Îles unternommen. Die einzige begehbare Insel des Archipels ist die Île aux Moines, auch Mönchsinsel genannt. Auf ihr befinden sich ein Leuchtturm und die Ruinen einer Festung (Fort).
Zu den spektakulären Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten des Zöllnerwegs zählen das Chaos de Granit Rose, der Felsen Roche du Diable in der Bucht Anse de Pors Rolland, der Leuchtturm Mean Ruz de Ploumanac'h, der Strand Plage Saint-Guirec, das Oratorium, die Bucht von Pors-Kamor, die Gezeitenmühle und der Hafen Ploumanac'h


Die Küste von Ploumanac'h ist ein großes Naturschutzgebiet, das vom Conservatoire du Littoral und der Gemeinde Perros-Guirec betreut wird. Der ehemalige Pfad der Zöllner, der durch das Naturschutzgebiet führt, beeindruckt mit einer erodierten, rosa Granitküste und ungewöhnlich geformten Granitblöcken, die sich bis zu 20 Meter hoch stapeln.


Die markanten Felsen tragen fantasievolle Namen wie Hut Napoléons (Chapeau Napoléon), Totenkopf (Tête de Mort), Elefant (Éléphant), Jakobsmuschel (Coquille Saint-Jacques), Drachenkopf (Tête de Dragon), umgedrehter Holzschuh (Sabot renversée), Krone des Königs Gradlon (Couronne du Roi Gradlon), Malerpalette (Palette du Peintre) oder umgedrehte Flasche (Bouteille renversée).


Die rosa Granitküste wirkt besonders eindrucksvoll bei auflaufender Flut, starkem Wind und Sonnenschein. Große Wellen schlagen gegen die aus dem Meer ragenden Felsen, und Gischt spritzt hoch.


Wir durften uns das Naturschauspiel der heranrollenden Wellen bei Flut ansehen. Wir warteten mit der Kamera in der Hand und stellten die Serienaufnahmefunktion ein. Mit dieser Einstellung sicherten wir uns schöne Fotos.


Die kleine, windgeschützte Bucht "Anse de Pors-Kamor” bietet Rettungsbooten Schutz. Im Hintergrund ist der Leuchtturm Mean Ruz von Ploumanac'h zu sehen.
Die abgebildete Felsformation ist ein sehr beeindruckendes Chaos de Granit rose. Quadratische, längliche, flache und runde Felsblöcke sind hier übereinandergestapelt oder liegen kreuz und quer. Der Felsen links wird die Hexe (Sorcière) genannt.


Das Gebiet der rosa Granitküste und der Sept Îles ist als Natura-2000-Gebiet eingestuft. Das Maison du Littoral Perros-Guirec, das für die Verwaltung dieses Gebiets zuständig ist, befindet sich im Herzen des Zöllnerwegs. Dort erhalten Sie Auskunft über die Rosa Granitküste, einen Plan des Zöllnerwegs und eine Liste der bemerkenswerten Felsen.


Der Leuchtturm (Phare de Ploumanac'h) Mean Ruz wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 aus Granit wieder aufgebaut und 1980 automatisiert. Er sendet ein rot-weißes Leuchtfeuer mit einer Reichweite von 12 Seemeilen. Der weiße Sektor zeigt die Fahrrinne zwischen den Sept-Îles und dem Festland sowie die Einfahrt zum Hafen von Ploumanac'h an.
Es lohnt sich, den Weg zum Leuchtturm zu nehmen, um die riesigen Felsen oberhalb zu bewundern und die Aussicht auf die Côte de Granit rose zu genießen.


Der Leuchtturm verdankt seinen Namen dem nahegelegenen Dorf Ploumanac'h, das auf Französisch "Mönchsteich” bedeutet. Der offizielle Name "Mean Ruz” stammt vom bretonischen Ausdruck "Maen Ruz” und bedeutet "rotes Gestein”.


Nach dem Aufstieg über einige Treppen können Sie den Strand Plage Saint-Guirec, die Burg Château de Costaérès, die Halbinsel Presqu'île Renote und den Archipel der Sept-Îles überblicken. Die Burg Château de Costaérès ist ein großes Herrenhaus, das sich auf einer Privatinsel der Gemeinde Trégastel befindet. Die Privatinsel ist bei sehr starker Ebbe zugänglich. Sie ist im Besitz des Schauspielers Dieter Hallervorden.


Hinter dem Strand Plage Saint-Guirec befinden sich das Oratorium (Oratoire) Saint-Guirec und die Kapelle Saint-Guirec. In der Einfriedung der Kapelle Saint-Guirec steht der Kalvarienberg (Calvaire de Ploumanac'h).
Am Mittwochabend vor Christi Himmelfahrt (Ascension) findet zur Kapelle Saint-Guirec eine Prozession mit der Bitte um Vergebung (Pardon) statt. Nach der Messe zu Ehren des Heiligen Saint Guirec folgt eine Prozession zum Oratorium am Strand. Man nimmt an, dass hier die Evangelisierung der Region erfolgte.


Das Oratorium ist nur bei Ebbe zugänglich und beherbergt eine Statue des Heiligen. Nach einem alten Brauch stachen junge Mädchen eine Stecknadel in die Nase der Statue Saint-Guirec. Wenn die Nadel hielt, war dies ein gutes Omen für eine Heirat.
Da die ursprüngliche Holzstatue an der Nase stark beschädigt war, wurde sie durch eine Statue aus Granit ersetzt. Auch die Nase der Granitstatue ist beschädigt, allerdings weniger durch die jungen Mädchen als durch die Touristen, die die Tradition fortsetzten.

Der natürliche Hafen Port de Ploumanac'h ist einer der
am besten geschützten Häfen an der Nordküste der
Bretagne.
Er bietet 200 Plätze an Bojen sowie 150 Plätze für die
Strandung.
Die durch Ebbe und Flut angetriebene Gezeitenmühle Moulin à Marée Milin Ru aus dem Jahr 1833 befindet sich in der Nähe des Hafens von Ploumanac'h am Fuße des Petit-Traouïero-Tals. Nachdem die Mühle 1888 vergrößert worden war, diente sie ab 1892 der Eisproduktion. Dieses wurde zum Frischhalten von gefangenen Fischen verwendet.
Die gotische Kapelle "Chapelle Notre-Dame de la Clarté” im westlichen Ortsteil von Perros-Guirec ist ein architektonisches Meisterwerk aus dem Jahr 1445. Eine große Prozession (Grand Pardon) mit mehreren tausend Gläubigen zu Ehren von Notre-Dame-de-la-Clarté wird jedes Jahr am 15. August (Mariä Himmelfahrt) in der Kapelle gefeiert.
Die unter Denkmalschutz stehende Windmühle "Moulin de la Lande du Crac'h” wurde 1727 vollständig aus rosa Granit in La Clarté erbaut und 1986 restauriert. Der Skulpturenpark Parc des Sculptures Christian Gad et Daniel Chhe besteht aus monumentalen Granitwerken.
Der wöchentliche bretonische Markt findet freitags von 8 Uhr bis 13 Uhr auf den Plätzen Place des Halles und Place du Marché sowie auf der Allée des Hortensias statt. In den Sommermonaten Juli und August beginnt der Markt bereits um 7 Uhr und endet um 14 Uhr.
Im Ortsteil La Clarté wird in der Nähe der Kapelle Notre-Dame jeden Sonntag von 7 Uhr bis 14 Uhr ein bretonischer Markt (Marché breton) abgehalten. Im Hafen findet der Fischmarkt mittwochs je nach Saison von 7 Uhr bis 13 Uhr oder 14 Uhr statt.
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Restaurant Tipp: La Table des Rochers (2023) Perros-Guirec Port de Ploumanac'h Menüangebot mittags (Formule 2 Gänge) 29 € gute Küche (Fisch) |


