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Cap Fréhel - Fort La Latte - Smaragdküste


Die bis zu 70 Meter hohe Klippenküste des Cap Fréhel zählt zu den spektakulärsten Landschaften der Bretagne. Beeindruckend ist der atemberaubende Blick auf das smaragdgrüne Meer.

Die zerklüftete Landzunge trennt die Bucht Baie de Saint-Brieuc von der Stadt Saint-Malo, die am Ärmelkanal liegt. Das Cap Fréhel und das Fort La Latte befinden sich in der Gemeinde Plévenon an der Smaragdküste (Côte d'Émeraude). Das Cap Fréhel und das Fort La Latte gehören zum historischen Pays de Saint-Brieuc.

Die Felsküste besteht aus rosa Sandstein, schwarzem Schiefer und rosa Granit. Das Cap Fréhel gehört zu den bedeutendsten Naturlandschaften (Grands Sites de France) und Naturschutzgebieten im Departement Côtes-d'Armor.

Verbinden Sie den Ausflug zum Cap Fréhel mit einem Besuch des Fort La Latte. Wandern Sie durch die herrliche Landschaft zur Burg aus dem 14. Jahrhundert. Das Cap Fréhel ist eigentlich ein Granitvorsprung, dessen Steilküste (Falaise) bis zu 70 Meter steil über dem Meer aufragt.

wunderschöne Smaragdküste - Cap Fréhel

wunderschöne Smaragdküste - Cap Fréhel
Küstenblick mit Grasnelken

Küstenblick mit Grasnelken

Das Dorf Plévenon erstreckt sich über die nördliche Hälfte der kleinen Halbinsel Cap Fréhel. Nach Nordosten erstreckt sich die kleine Bucht "Anse des Sévignés" bis zur "Pointe de La Latte". Die von der Burg Fort La Latte dominierte Landzunge Pointe de La Latte bildet das östliche Ende von Plévenon. Die Bucht Baie de Fresnaye trennt Plévenon von Saint-Cast-le-Guildo.

Die 400 Hektar große Landschaft aus Heidekraut, Stechginster, Grasnelken, Queller und Disteln des Cap Fréhel wächst auf der größten Ansammlung primitiver Küstenmoore an der Atlantikküste. Stechginster und Heide werden von der rötlichen Nessel-Seide (Cuscute d'Europe, Grande Cuscute) und von Spinnennetzen überzogen. Anfang Juli verwandelt die Heide- und Moorlandschaft Cap Fréhel in ein blühendes Farbenmeer.

Stechginster vor der Penthièvre Küstee

Stechginster vor der Penthièvre Küste
Mit Spinnennetz überzogener Stechginster

Mit Spinnennetz überzogener Stechginster

Oberhalb des Ortsteils Pléhérel-Plage befindet sich die Pointe aux Chèvres, die einen schönen Ausblick auf die Côte de Penthièvre bietet. Zwischen der "Pointe aux Chèvres" und der "Pointe de la Guette" befindet sich der im Juli und August überwachte Strand "Plage des Grèves d'en Bas".

Der Strand "Plage de la Fosse" wird von rosa Sandsteinfelsen und Dünen eingerahmt und liegt hinter der Pointe de la Guette. Kurz vor den Leuchttürmen liegt die sehenswerte "Pointe du Jas". Von dort blickt man auf den aus dem Meer ragenden Felsen "Amas du Cap".

Küsteneinschnitt Cap Fréhel

Küsteneinschnitt Cap Fréhel
Strand Plage des Grèves d'en Bas

Strand Plage des Grèves d'en Bas

Auf dem Cap Fréhel befinden sich zwei Leuchttürme. Der alte Leuchtturm wird "Vieux Phare" oder "Phare Vauban" genannt. Er wurde 1702 von Jean-Siméon Garangeau, dem Chefingenieur und Direktor der Befestigungen von Saint-Malo, erbaut.

Ein zweiter, modernerer und höherer Leuchtturm (Second Phare) wurde 1847 erbaut und 1886 elektrifiziert. Dieser wurde 1944 durch deutsche Truppen zerstört.

Alter Leuchtturm

Alter Leuchtturm
Aktueller Leuchtturm

Aktueller Leuchtturm

Der dritte und aktuelle Leuchtturm wurde zwischen 1946 und 1950 als einer der fünf mächtigsten Leuchttürme Frankreichs erbaut. Sein Leuchtfeuer liegt mehr als 100 Meter über dem Meeresspiegel und sendet alle zwei Sekunden zwei Lichtblitze, die bis zu 100 Kilometer weit zu sehen sind.

Der Leuchtturm ist von April bis Oktober geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren je nach Monat und Jahreszeit. Über 145 Stufen gelangt man zur Galerie des 32 Meter hohen Leuchtturms. Von dort aus hat man einen Panoramablick auf das Fort La Latte, Saint-Malo und die Bucht Baie du Mont Saint-Michel. In westlicher Richtung sieht man die Strände von Plévenon und Sables d'Or-les-Pins, die Bucht Baie de Saint-Brieuc und die Insel Bréhat.

Zerklüftete Steilküste

Zerklüftete Steilküste
Aussichtsplattform

Aussichtsplattform

Wanderstiefel
Der Zöllnerweg GR 34 (Sentier des Douaniers) führt von den kostenpflichtigen Parkplätzen an den Leuchttürmen vorbei über das Cap Fréhel zum Fort La Latte. Die zerklüftete Steilküste des Cap Fréhel verfügt über Aussichtsplattformen, die mit steinernen Skulpturen der dort vorkommenden Vögel verziert sind. Die reine Wanderzeit beträgt 2 Stunden und 40 Minuten (hin und zurück), ohne die Besichtigung des Fort La Latte.
Wanderkarte Cap Fréhel - Fort La Latte

Der turmförmige Felsen "La Fauconnière", der aus dem Meer herausragt, ist Teil des Vogelschutzgebiets Réserve ornithologique de la Fauconnière. Der Felsen La Fauconnière und die umgebenden Klippen beherbergen jedes Jahr acht Arten von Seevögeln, die immer von Februar bis Juli zu ihren Brutstätten zurückkehren. Am Cap Fréhel können diese Seevögel in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden.

La Fauconnière

La Fauconnière
La Fauconnière

La Fauconnière

Auf den kleinen Felsinseln "La Fauconnière" und
"Amas du Cap" nisten Silbermöwen, Heringsmöwen,
Mantelmöwen, Dreizehenmöwen, Krähenscharben,
Eissturmvögel, Lummen und Tordalken.

In den senkrechten Klippen des Cap Fréhel nisten 280 bis 330 Lummenpaare. Lummen brüten kolonienweise, bauen keine Nester und legen jeweils ein birnenförmiges Ei auf die kleinsten Felsvorsprünge. Aufgrund ihrer Form rollen die Eier nicht die Klippen hinunter.

Die 25 bis 30 Tordalken, die in Kolonien brüten, kehren zwischen Ende Februar und Mai in ihre Brutstätten zurück. Tordalken brüten auf Klippen oder an mit Felsgeröll bedeckten Stränden. Ihre Nester befinden sich in Felshöhlen. Die Eiablage findet zwischen Mai und Juni statt.

Die Nester der Dreizehenmöwen befinden sich auf schmalen Felssimsen, Bändern oder Felsrissen der vertikalen Klippe (Falaise). Die Nester der Eissturmvögel befinden sich nur in geringer Anzahl (12 bis 15 Paare) auf den Klippen des gesamten Cap Fréhel. Die Eissturmvögel kann man von Dezember bis Mitte August am Boden oder bei ihrem majestätischen Gleitflug beobachten.

Bucht Anse des Sévignes

Bucht Anse des Sévignes
Im Hintergrund liegt das Fort La Latte

Im Hintergrund liegt das Fort La Latte

Hinter der kleinen Bucht "Anse des Sévignés" befindet sich die "Pointe de Fort La Latte", die etwa vier Kilometer südöstlich von Cap Fréhel liegt. Auf dem Weg dorthin kommt man an einem kleinen Menhir vorbei, der laut einer Legende Gargantuas Zahn ("Dents de Gargantua") oder Finger ("Doigt de Gargantua") sein soll.

Die auf der Landzunge gebaute befestigte Burg "Fort La Latte" war früher unter dem Namen "Château de la Roche Goyon" bekannt. Der Name Goyon stammt von einer der ältesten bretonischen Familien.

Mit dem Bau der majestätischen Burg wurde vor 1364 begonnen. Fort La Latte besteht aus zwei Burgen mit durch Zugbrücken gesicherten Burgtoren. Eine Burg ist ein vorgelagertes Verteidigungswerk (Barbakane), die andere beschützt den Innenhof der Festung.

Vorgelagertes Verteidigungswerk Fort La Latte

Vorgelagertes Verteidigungswerk Fort La Latte
Die innere Burg

Die innere Burg

Residenz des Gouverneur und Zisterne

Residenz des Gouverneur und Zisterne

Das Burgtor der Barbakane war im 14. Jahrhundert mit einem zweiflügeligen Tor sowie einem Fallgitter ausgestattet. Es wurde im 17. und 18. Jahrhundert mehrfach umgebaut. Der Steinvorbau trägt das Gegengewicht der Zugbrücke.

Der Spitzbogen stammt aus dem 14. Jahrhundert. Von der inneren Burg aus dem Mittelalter, die mit einer Fallgitteranlage ausgestattet war, sind noch die beiden Türme erhalten. Der Rest wurde durch einen Kanonenangriff im 16. Jahrhundert zerstört.

Im Innenhof befinden sich die 20.000 Liter fassende Zisterne, das Wachhaus, die Kapelle Chapelle Saint-Michel, die Residenz (Logis) des Gouverneurs und der Bergfried (Donjon).

In Verteidigungsstellung befinden sich acht Kanonen aus dem 18. Jahrhundert. Hinter der Barbakane steht eine Art Katapult. Die umgrenzende Festungsmauer wird durch den Wachturm "Tour de Guet" verstärkt.

Burgtor der inneren Burg

Burgtor der inneren Burg
Kapelle Saint-Michel und Bergfried

Kapelle Saint-Michel und Bergfried

Die heutige Kapelle Saint-Michel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Während des letzten Krieges wurde sie entweiht und ihre Kirchenmöbel verbrannt. Die schönen gedrehten Säulen des Altaraufsatzes stammen aus dem 18. bis 19. Jahrhundert. Der Altar selbst stammt ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert und wird von den Statuen des Heiligen Markus und des Heiligen Joseph flankiert.

Altaraufsatz Kapelle Saint-Michel

Altaraufsatz Kapelle Saint-Michel
Statue Saint Marc

Statue Saint Marc

Der mit Maschikulis verzierte Bergfried stammt aus den Jahren 1365 bis 1370 und verfügt über Schießscharten unterschiedlicher Größe. An diesen ist eine Bombardierungslinie sichtbar, die der Eroberung der Burg im 16. Jahrhundert entspricht.

Wachturm (Tour de Guet)

Wachturm (Tour de Guet)
Bergfried (Donjon)

Bergfried (Donjon)

Der durch eine Treppe ersetzte Eingang des Bergfrieds war früher durch eine Zugbrücke gesichert. Über dem Eingang befindet sich das Emblem der Familie Goyon Matignon. Der Zugang zum Kerker war durch ein Fallgitter geschützt. Der große Wohnraum im ersten Stock verfügt über ein nach Süden ausgerichtetes Fenster. In einem Erker an der Seite befinden sich gemauerte Steinbänke.

Wohnraum mit großem Kamin

Wohnraum mit großem Kamin
Farbige Reitrgruppe

Farbige Reitergruppe

Der Wohnraum wurde durch einen großen Kamin mit viereckigem Sockel und beidseitigen Säulen aus dem 14. Jahrhundert beheizt. Eine Wand ziert ein Vorhang mit einer farbigen Reitergruppe.

In den dicken Wänden waren die Latrinen untergebracht, die vom Wohnraum aus erreichbar waren. Im Obergeschoss des Bergfrieds befindet sich ein Raum mit einem halbrunden Rippengewölbe.

Erker mit Steinbänken Bergfried

Erker mit Steinbänken Bergfried
Rippengewölbe des Bergfrieds

Rippengewölbe des Bergfrieds

Von der hohen Turmspitze des Bergfrieds aus konnten die Verteidiger die Angreifer unter Beschuss nehmen, sobald diese die Hindernisse des Eingangs und des Innenhofs überwunden hatten. Durch die Maschikulis des Bergfrieds und des Wachturms wurden zudem Steine geworfen. Weitere Verteidigungsmaßnahmen waren das Bogenschießen und das Armbrustschießen. Von der Turmspitze aus hat man heute einen schönen Blick auf die gesamte Burganlage.

Das Fort La Latte verfügt über einen im Jahr 1793 gebauten Ofen, der die Kanonenkugeln rot glühend erhitzte. Diese Technik wurde jedoch nur selten genutzt, da der Ofen viel Holz verbrauchte, die Kugeln acht Stunden vorgewärmt werden mussten und das Aufladen der Geschütze viel gefährlicher war. Durch die heiße Kugel konnte das Schwarzpulver explodieren.

Ofen für Kanonenkugeln

Ofen für Kanonenkugeln
Die Burganlageanlage vom Bergfried gesehen

Die Burganlageanlage vom Bergfried gesehen

Zwischen 1690 und 1715 ließ Vauban die Anlage in eine Küstenverteidigungsanlage umbauen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Anlage verlassen. Die historische Burg kann besichtigt werden.

Hinter dem Fort La Latte befindet sich in der Bucht "Baie de la Fresnaye" der bei Ebbe zugängliche Strand "Plage Château Serein" des Cap Fréhel. Er erlaubt den Zugang zu den Muschel- und Austernbänken.