Bretagne + Provence Urlaub - Sehenswürdigkeiten und Tipps

Nyons - Naturpark Baronnies - Drôme provençale


Nyons befindet sich einige Kilometer von Vaison-la-Romaine entfernt im Naturpark Parc naturel régional des Baronnies provençales des Départements Drôme. Nyons liegt in in unmittelbarer Nähe zur Provence und trägt den Beinamen "Klein Nizza" (petit Nice).

Nyons
Pont roman Nyons

Eine einbogige romanische Brücke (Pont roman) führt Fußgänger über den Fluss Eygues nach Nyons. Die Brücke wurde zwischen 1341 und 1409 erbaut. Die romanische Brücke besitzt eine Gewölbespannbreite von 40,5 Meter und erreicht eine Höhe von 19 Metern. Seit 1970 wird der Autoverkehr über die die Europabrücke (Pont de l'Europe) nach Nyons geführt.

Sehenswert sind der Platz Place du Docteur Bourdongle genannt Platz Place des Arcades, das alte Stadtviertel Quartier des Forts und der mit einem monumentalen Brunnen (Fontaine) geschmückte Platz Place de la Libération. Der Place des Arcades entstand im 14. Jahrhundert und ist wie in Buis-les-Baronnies von Arkaden begrenzt. Über den Arkaden befindet sich ein starkes Holzgebälk, das die oberen Geschosse trägt.

Nyons - Place des Arcades
Nyons - Ladengeschäfte Place des Arcades

Jeden Donnerstag findet der provenzalische Markt (Marché provençal) auf den Plätzen Place des Arcades, Place Buffaven und Place de la Libération statt auf dem lokale landwirtschaftliche Produkte angeboten werden. Zwischen Mitte Mai und Ende September belebt zusätzlich sonntags ein provenzalischer Markt mit lokalen Produkten die Altstadt (vieille Ville).

Das Tor Porte Saint Jacques, das den Zugang zum Platz Place des Arcades ermöglicht, ist ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer von Nyons. Das Wohnhaus über der Porte Saint-Jacques ersetzt einen runden zinnenbewehrten Turm, der den Eingang zur Stadt verteidigte.

Nyons - Arkaden mit Holzgebälk
Nyons - Place de la Liberation

Auf dem felsigen Hügel Maupas erstreckt sich das historische Zentrum (Centre historique) mit dem Stadtviertel Quartier des Forts. Das Quartier des Forts wurde im 13. Jahrhundert um die Rue des grands Forts und Rue des petits Forts gebaut. Begrenzt wird das mittelalterliche Stadtviertel von den Türmen Tour Randonne und Tour Dauphine aus dem 13. Jahrhundert.

Nyons - Quartier des Forts
Nyons - Quartier des Forts

Die fast vollständig gewölbte Straße Rue des grands Forts verläuft entlang der westlichen Stadtmauer der historischen Altstadt. Dort sind noch zwei Türme der alten Einfriedung zu sehen. In der Straße Rue de la Ronde stehen die Ruinen des Bergfrieds (Donjon) aus dem 11. Jahrhundert, der der vierte Turm der alten Burg Château vieux war.

Das von drei Wappen gekrönte Portail Corosson verläuft unter der feudalen Burg (Château vieux, ancien Château Delphinal) die im 8 Jahrhundert zur Verteidigung des Klosters Monastère Saint Vincent erbaut wurde. Von der alten Burg Château vieux sind nur zwei Türme mit Renaissance Sprossenfenstern aus dem 16. Jahrhundert und einige Außenmauern erhalten geblieben. Die Burg ist in Privatbesitz.

Bergfried Château vieux
Nyons - Tor

Kirche Saint-Vincent - Turm Tour Randonne - Notre-Dame Bon Secours


Die heutige Kirche Église Saint-Vincent wurde im Jahr 1614 erbaut. Das im romanischen Stil erbaute Kirchenschiff besitzt ein Spitzbogengewölbe und zwei Seitenschiffe mit zehn Seitenkapellen. Die Seitenkapellen beherbergen bemerkenswerte Gemälde aus dem 17.Jahrhundert, die aus dem ehemaligen Rekollektenkloster (Couvent de Récollets) stammen.

In den Jahren 2009 und 2010 wurde das Innere der Kirche einschließlich der Gemälde komplett renoviert. Die Sakristei wurde bei der Restaurierung vergrößert. Eine beeindruckende Statue der Jungfrau Maria (Vierge) mit Kind steht in einer Nische über der Eingangstür.

Kirche Saint-Vincent - Nyons
Marienstatue Eingangstür Kirche Saint-Vincent - Nyons

Die Gemälde l'adoration des Bergers, Saint Bonaventure dans son Cabinet de Travail, les deux Familles du Christ, le Christ chez Marthe et Marie, la Rencontre du Christ et Marie-Madeleine und Ecce Homo zählen zu den außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten der Kirche Saint-Vincent.

Der aus weißem Marmor geschaffene schmucklose Hauptaltar (Maître-Autel) wird von einem hohen Gemälde verziert. In der Kirche Saint-Vincent befindet sich die Kapelle und das Mausoleum (Mausolée) von Philis de La Charce (auch Philippe de la Tour du Pin de La Charce) aus dem Jahr 1857.

Kirchenschiff Saint-Vincent mit Hauptaltar - Nyons
Kirche Saint-Vincent Mausoleum Philis de La Charce - Nyons

Als besondere Schätze der Kirche Saint-Vincent gelten der geschnitzte Holzaltar des ehemaligen Klosters (Monastère) Saint-Cézaire und das Gemälde der italienischen Schule mit dem Titel "Geburt" (Nativité) von Jusepe de Ribera.

Kirche Saint-Vincent - geschnitzter Holzaltar
Kirche Saint-Vincent - Nebenaltar einer Seitenkapelle

Im Norden der Kirche Saint-Vincent befindet sich das das alte Kloster Monastère Saint-Césaire. Im heutigen Klostergebäude Saint-Césaire mit einer Treppenanlage aus dem 18. Jahrhundert ist das Haus Maison des Services publics untergebracht. Hinter der Kirche Saint-Vincent befindet sich der Brunnen Fontaine de la Pomme (provenzalisch: Poumo).

Kirche Saint-Vincent - Nebenaltar einer Seitenkapelle
Kirche Saint-Vincent - Orgel

Der Turm Tour Randonne, in dem einst die Baronin Randonne de Montauban lebte, ist ein ehemaliger Bergfried (Donjon) und wurde im Jahr 1280 errichtet. Der 24 Meter hohe Tour Randonne steht auf den Höhen des ehemaligen Quartier des Forts und diente bei der Errichtung als Militärgefängnis für die Burg. Auf dem Tour Randonne steht eine wunderbare dreistöckige Pyramide aus vierseitigen Arkaden.

Vier Heiligenskulpturen sind auf jeder Etage der Pyramide platziert. Auf der ersten Etage sind die männlichen Heiligen: Saint Joseph, Saint Jean, Saint Bernard und Saint Vincent. Auf der zweiten Etage befinden sich die heiligen Damen: Sainte Anne, Sainte Élisabeth, Sainte Madeleine und Sainte Thérèse.

Tour Randonne Nyons
Heiligenfigur am Tour Randonne, Statue

Auf der dritten Etage wurden Engel platziert, die symbolhaft das Gebet an die Jungfrau Maria weitergeben. Die Spitze der Pyramide wird von einer 3,50 Meter hohen Statue der Jungfrau Maria (Vierge) gekrönt.

Etagenausschnitt Tour Randonne Nyons

Auf dem Foto sieht man einen Etagenausschnitt mit
Heiligenfiguren. Fein ziseliert stellt sich die Struktur
der einzelnen Pfeiler dar.

Am 15. August findet jedes Jahr eine Feier am Turm
Tour Randonne statt, die an die Ursprünge der
Geschichte von Nyons erinnert.
Porte Kapelle Notre-Dame de Bon Secours Nyons

Im Jahr 1862 erwarb der Pfarrer von Nyons den antiken Turm und ließ im Turm die Kapelle Chapelle Notre-Dame de Bon Secours einrichten. Die Eingangstür der Kapelle trägt die Inschrift: Notre-Dame de Bon Secours priez pour nous tous (bete für uns alle).

Kapelle Notre-Dame de Bon Secours - Nyons
Kapelle Notre-Dame de Bon Secours - Nyons

In der Chapelle Notre-Dame de Bon Secours befindet sich ein kleiner goldener Holzaltar, der Ende des 18. Jahrhunderts hergestellt wurde. Er wird von der 1864 aufgestellten Statue der Jungfrau (Vierge) Maria überragt.

Zwei Holztreppen führen von beiden Seiten des Altars auf die Tribüne. Darunter befinden sich drei Sitzreihen, die wie in einem Amphitheater angeordnet wurden. Die Inneneinrichtung der Kapelle Notre-Dame de Bon Secours ist sehenswert und als historisch wertvoll eingestuft.

schwarze Oliven aus Nyons - La Tanche - Wein Côtes-du-Rhône Village


Nyons liegt am nördlichsten Punkt der Südalpen und baut eine für seine Lage spezifische Sorte schwarze Oliven "La Tanche" an, die Fröste bis zu minus zehn Grad überstehen kann. La Tanche Oliven sind auch unter dem Namen "Olives de Nyons" bekannt.

Die schwarzen Oliven La Tanche werden vorwiegend in der Drôme provençale und im Norden des Vaucluse zu Füßen der Dentelles de Montmirail angebaut und bringen milde ausgereifte Öle mit nussigem Geschmack hervor. Seit 1994 werden die schwarzen Oliven von Nyons (La Tanche) und das Olivenöl mit der Bezeichnung des kontrollierten Ursprungs (AOC= Appellation d'Origine Contrôlée) in den Handel gebracht.

La Tanche - schwarze Oliven aus Nyons

In Nyons gibt es mehrere Olivenölmühlen, Landwirte
und eine Genossenschaft, die diese Produkte verkaufen.

In Nähe der romanischen Brücke befindet sich die
Wandmalerei einer Ölherstellung aus früherer Zeit bei
der Ölmühle Dozol-Autrand.
Wandmalerei Moulin Dozol-Autrand - Nyons

Neben der Genossenschaft (Coopérative du Nyonsais) präsentiert das Museum Musée de l'Oliviers traditionelle Werkzeuge, die für den Olivenanbau und die Ölproduktion benötigt werden.

In Nyons existiert die letzte Scourtin Manufaktur (Scourtinerie) der Provence. Scourtins sind Matten aus Pflanzenfasern, die zur Gewinnung des Olivenöls benötigt werden. Das Fruchtfleisch der Oliven wird zwischen den Scourtins ausgepresst und gefiltert. Die Scourtinerie kann besichtigt werden.

Außerdem können in Nyons alte Ölmühlen (vieux Moulins à l'Huile) besichtigt werden. Auf einer Fläche von 350 m² sind zwei Ölmühlen des 18. und 19. Jahrhunderts, die älteste erhaltene Seifenfabrik (Savonnerie) Frankreichs des 18. Jahrhunderts sowie eine alte Küche aus der Haute Provence und die Wohnung eines Müllers aus dem 18. Jahrhundert zu sehen.

In der Umgebung von Nyons wird auch Wein angebaut. Die hergestellten Weine werden unter der Bezeichnung Côtes-du-Rhône Village, Côtes-du-Rhône und Vins de Pays des Coteaux-des-Baronnies verkauft.

Tipp Spezialitäten der Region
Probiertipp: Oliven, Olivenöl und Crème d'Olive
Ferme Brès - Domaine de la Blanchette
Pied de Vaux, Nyons