Bretagne + Provence

Le Barroux - Vaucluse - Provence


Le Barroux dominiert mit dem imposanten Renaissance Schloss (Château du Barroux) die Ebene des ehemaligen Comtat Venaissin im Département Vaucluse der Provence. Die exponierte Lage von Le Barroux erlaubt den Blick auf die Berge Monts de Vaucluse, Dentelles de Montmirail und Mont Ventoux.

Das malerisch wirkende Dorf Le Barroux wird von seinem feudalen Schloss überragt. Von der Esplanade des Schlosses blickt man über die Dächer des darunter liegenden Dorfs auf die mit Hügeln besetzte Ebene des Vaucluse.

Le Barroux mit Schloss
Blick von der Esplanade auf Le Barroux

Das Hôtel-Dieu de Barroux aus dem 16. Jahrhundert war von 1775 bis 1903 ein Krankenhaushospiz. Auf dem Sturz der Eingangstür ist noch die verblasste Inschrift "Hôtel-Dieu" (Hotel Gottes) zu lesen. Das gut restaurierte Hôtel Dieu de Barroux besitzt Fenster im Renaissance Stil, die von Weinranken bedeckt sind.

Hôtel-Dieu de Barroux

Imposant ist das Portal des Hôtel-Dieu mit dem großen
Wappen darüber.

Das ehemalige Hôtel-Dieu befindet sich in Privatbesitz
und kann nicht besichtigt werden.
Portal Hôtel-Dieu de Barroux

Neben dem Hôtel Dieu de Barroux befand sich das ehemalige Rathaus (Hôtel de Ville), in dem 1792 im Keller eine Ölmühle (Moulin à Huile) in Betrieb genommen wurde. Ein altes Schild weist den Weg zur Ölmühle Moulin à Huile du Pontin.

Das heutige Rathaus (Mairie) und das überdachte Waschhaus (Lavoir) befinden sich auf dem Place Barbière. Das Dorf Le Barroux wird von zahlreichen Brunnen geschmückt. Der abgebildete Brunnen wurde offensichtlich renoviert.

Le Barroux - Hôtel de Ville - Moulin à Huile
Brunnen Le Barroux

Schön ist dieser alte Brunnen mit den Gesichtern als Wasserauslass. Ein weiterer Brunnen ist verziert mit Mosaiksteinen, die einen mit bunten Blättern bestückten Olivenbaum zeigen, in dem farbige Vögel sitzen. Im Mosaik ist der Spruch "sitientes venite ad aquas" verborgen. Es handelt sich um den Titel eines gregorianischen Lieds.

Brunnen Le Barroux
Brunnen aus Mosaiksteinen Le Barroux

Ein schön bepflanztes Eckhaus und Blick vom Place Philemon Piquet auf das höher gelegene Schloss sind Highlights der Dorfbesichtigung. Zwei Tore (Porte) durchquert man auf dem Weg vom Dorf zum Schloss. Ob es sich hierbei um Reste einer Stadtmauer handelt?

Eckhaus Le Barroux
Place Philemon Piquet Le Barroux

Die alte Kirche Église Saint-Jean-Baptiste und das Schloss Château du Barroux sind herausragende Sehenswürdigkeiten von Le Barroux. Die engen verwinkelten Gassen von Le Barroux sind gut restauriert, aber der Ort wirkt auf mich steril.

Die von 1978 bis 1989 mit moderner Technik im romanischen Stil erbaute Abtei Abbaye de Sainte-Madeleine wurde am 2. Oktober 1989 geweiht. In der Abtei Sainte-Madeleine werden Produkte wie Brot, Kuchen, Kekse, Süßwaren, Marmeladen, Honig, Bier, Wein, Spirituosen und Olivenöl hergestellt und im Klosterladen verkauft.

Kirche Saint-Jean-Baptiste - Schloss Château - Notre-Dame la Brune


Die romanische Kirche (Église) Saint-Jean-Baptiste du Barroux stammt aus dem 14. Jahrhundert und besteht aus einem einfachen Kirchenschiff, das von einem gebrochenen Tonnengewölbe gedeckt wird. Der quadratische Kirchturm mit Uhr besitzt einen eisernen Campanile mit kleiner Glocke aus dem 16. Jahrhundert.

Neben diesem Glockenturm sieht man einen zweiten gemauerten viereckigen Kirchturm ohne Spitze mit zwei rundbogigen Öffnungen, in denen große Kirchenglocken hängen, die über eine Treppe erreichbar sind.

Rückfront Kirche Saint-Jean-Baptiste du Barroux
Vorderansicht Kirche Saint-Jean-Baptiste du Barroux

Die Kirche Saint-Jean-Baptiste du Barroux wurde im 15. und 16. Jahrhundert um zwei Seitenschiffe vergrößert. Der Chor besitzt eine Holzvertäfelung und ist mit Gemälden des 17. Jahrhunderts geschmückt. Die Gemälde zeigen das Leben von Johannes dem Täufer (Saint-Jean-Baptiste). Die Kirche Saint-Jean-Baptiste du Barroux steht unter Denkmalschutz.

Glockenturm mit seitlicher Treppe Kirche Saint-Jean-Baptiste du Barroux
Kirche Saint-Jean-Baptiste du Barroux

Die Burg Château du Barroux wurde im 12. Jahrhundert als mächtiger Bergfried (Donjon) gebaut, der von dicken Mauern gestützt wurde. Die Burg war der herrschaftliche Sitz der Familie Les Baux. 1538 wurde die Burg zum prachtvollem Renaissance Schloss umgebaut. Von 1680 bis 1690 ließ Vauban zusätzliche Befestigungen und einen Innenhof schaffen, um das Verteidigungssystem zu stärken.

In späteren Jahren wurde das Schloss verlassen, beschädigt und verkauft. 1944 brannte das Schloss 10 Tage lang und wurde beträchtlich beschädigt. Erhalten blieben neben den beschädigten Mauern die schönen Renaissancefenster sowie Teile der runden Ecktürme und der zinnenbewehrte viereckiger Wehrturm (Donjon).

Relikt eines Tors (Porte) Schloss Château du Barroux
Esplanade Schloss Château du Barroux

1960 begann eine private Person mit der erneuten Restaurierung des Château du Barroux. Seit 1993 setzt die Association des Amis du Château du Barroux diese Arbeit mit Unterstützung der heutigen Besitzer fort.

Das Schloss bietet einen prachtvollen Rahmen für Veranstaltungen, Tagungen und Seminare. Im Schloss existiert ein Destillationsbetrieb für Whisky. In der Teestube haben Sie von Eugenes Terrasse einen der schönsten Ausblicke des Vaucluse. Das Château du Barroux kann besichtigt werden.

runder Turm Wohntrakt Schloss Château du Barroux
Eingang und Donjon Schloss Château du Barroux

Die vermutlich Ende des 16. Jahrhunderts erbaute Kapelle Chapelle Notre-Dame la Brune ist ein integraler Bestandteil des Château du Barroux. Die sich an einen Felsen anschmiegende hohe Schlosskapelle wurde über einem Wohnhaus und einem Stall errichtet. Sie besitzt noch Fragmente von im 16. und 18. Jahrhundert entstandenen Wandmalereien (Fresken), die das Leben der Jungfrau darstellen.

Nach dem Verfall wurde die zur Zeit geschlossene Kapelle Notre-Dame la Brune 1929 durch vier mächtige Strebepfeiler verstärkt und restauriert. Die Restauration der historischen unter Denkmalschutz stehenden Fresken steht noch aus (geschätzte Kosten 1 bis 1,5 Millionen Euro).

Schloss Château du Barroux
Kapelle Notre-Dame la Brune

Die Kapelle Notre-Dame la Brune besaß eine schwarze Madonna, die jedoch nicht mehr auffindbar ist. Das Oratorium Oratoire Notre-Dame la Brune wurde deshalb 1992 mit dem Mosaik einer schwarzen Madonna ergänzt.

Kapelle Notre-Dame la Brune
Oratorium Notre-Dame la Brune

Le Barroux ist wie die Orte Caromb, Crestet, Malaucène, Sault, Vaison-la-Romaine und Venasque Teil des regionalen Naturparks Parc naturel régional du Mont Ventoux.