Leos Ferienwelt - Bretagne oder Provence

Le Thor - Grottes de Thouzon - Vaucluse


Le Thor liegt zwischen L’Isle-sur-la-Sorgue und Avignon im Département Vaucluse der Provence. Le Thor wird durch den umlaufenden Kanal der Sorgue geprägt. Entlang des Kanals steht die 4 bis 8 Meter hohe Stadtmauer (Rempart) aus dem 11. Jahrhundert. Vier Tore (Porte) erlaubten den Zugang zum Ort.

Durch das eindrucksvolle Tor Porte de l'Horloge oder Porte Notre-Dame aus dem Jahr 1847 betritt man den Ortskern von Le Thor. Das Tor Porte de l'Horloge oder Porte Notre-Dame wird von einer Uhr geschmückt und trägt in einem aufgesetzten schmiedeeisernen Zwiebelturm eine Glocke.

Le Thor - Porte de l'Horloge oder Porte Notre-Dame
Le Thor - Porte de l'Horloge oder Porte Notre-Dame

Die Kirche Église Notre-Dame-du-Lac aus dem späten 12. Jahrhundert ist eines der schönsten Beispiele provenzalisch romanischer Baukunst, die von der Antike inspiriert wurde. Das Westportal ist im antiken Stil mit kannelierten Pilastern, eingebundenen Säulen und dreieckigem Giebel verziert.

Kirche Église Notre-Dame-du-Lac - Le Thor

Die Vorhalle hat eine prachtvolle Dekoration mit
geriffelten Pilastern, Säulen sowie Kapitellen
und Friesen mit Palmetten.

Der achteckige Kirchturm besteht aus zwei Ebenen.
Kirche Église Notre-Dame-du-Lac - Le Thor

Die erste romanische Ebene des Kirchturms besitzt an acht Ecken Säulen mit Kapitellen, die mit Gesichtern oder Tierköpfen gekrönt sind. Die erste Ebene ist von zwei sehr tiefen Blindbuchten durchbrochen.

Die zweite kleinere neoromanische Ebene des Kirchturms wurde einige Jahrhunderte später fertiggestellt. Die achteckige zweite Ebene beeindruckt mit halbrunden Buchten, die durch Säulen mit Kapitellen und Pflanzenmotiven getrennt werden. Auf der Kirchturmspitze befindet sich eine kleine goldene Kugel.

Das Kirchenschiff von Notre-Dame-du-Lac besitzt trotz der romanischen Bauweise ein gotisches Gewölbe. Die Seitenwände sind mit großen Rundbögen versehen, die auf mächtigen Pfeilern ruhen. Die Kirche Notre-Dame-du-Lac hat einen eleganten Chor, der von acht Säulen unterbrochen wird. Die Säulenschäfte haben auf der einen Hälfte einen sechseckigen und auf der anderen Hälfte einen zylindrischen Querschnitt.

Kirchenschiff Église Notre-Dame-du-Lac - von Jochen Jahnke (Selbst fotografiert) [Public domain], via Wikimedia Commons
Kirchturm Église Notre-Dame-du-Lac - von Jochen Jahnke (Selbst fotografiert) [Public domain], via Wikimedia Commons

Begrenzt durch einen Triumphbogen in Form eines leicht gebrochenen Bogens, ist das Gewölbe des Chors durch schöne Steinrippen unterteilt. Ein außergewöhnlicher Schlussstein in Form eines Lamms umgeben von fünf Adlern beendet das Gewölbe.

Die im 13. und 14. Jahrhundert erbaute Burg Château de Thouzon war früher ein befestigtes Kloster der Benediktiner. Das mittelalterliches Priorat Château de Thouzon lag auf der Spitze eines kleinen Hügels oberhalb von Le Thor. Spätere Besitzer ließen die Burg Château de Thouzon verfallen.

In den Ruinen der Burg entdeckte man die gewölbte Kirche Église Sainte-Marie de Thouzon, eine kleine Kapelle Chapelle Saint-Pierre de Thouzon, zwei Türme (Tours), einige Seitenwände und in der Mitte einen Hof mit einer in den Fels gegrabenen Zisterne.

Château de Thouzon
Château de Thouzon - Kirche Église Sainte-Marie de Thouzon

Um 1870 fand man in einer der beiden Kapellen das aus zwei Feldern bestehende Altarbild Retable de Thouzon. Das Altarbild wurde im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts gemalt. Der zentrale Teil des Triptychons ist verschwunden.

Die Altartafeln sind mit Szenen aus dem Leben des heiligen Andreas (Saint André) geschmückt. Das Altarbild Retable de Thouzon wird im Museum Musée du Louvre in Paris ausgestellt.

Tropfsteinhöhlen Grottes de Thouzon


Die 230 Meter lange Tropfsteinhöhlen Grottes de Thouzon, befindet sich am Fuße des Hügels von Thouzon. Das tropfende Wasser hat eine zauberhafte mineralische Landschaft gebildet. In diesen einzigartigen Tropfsteinhöhlen der Provence betreten Sie ein versteinertes Flußbett, das vor über 60 Millionen Jahren entstanden ist.

Stalaktiten und Stalagmiten Tropfsteinhöhle Grottes de Thouzon

Sie sehen eindrucksvolle Tropfsteine wie Stalaktiten,
Stalagmiten, Stalagnat (Sintersäule), Sintervorhänge,
Sinterröhrchen (Makkaroni), Sinterbecken und
Höhlenperlen.
Stalaktiten und Stalagmiten Tropfsteinhöhle Grottes de Thouzon

Die Stalaktiten sind mit einem Durchmesser von 3 cm von extrem zart. Sie können bis zu 2 Meter lang werden. Die feinsten Stalaktiten nennt man Fisteln. Tubenförmige Stalaktiten werden Makkaroni genannt, weil sie hohl sind. Die Wassertropfen laufen im Innern der Stalaktiten herunter und erhöhen die Länge der Stalaktiten jedes Jahrhundert um 1 bis 2 cm.

Geologisch interessant sind Schornsteine, Geröllkegel, verstopfte Klüfte, Brunnen, Mäander und Feuersteinnieren. Am Beginn der Entstehung der Grottes de Thouzon war die Höhle voll Wasser und bildete einen Siphon. Das Wasser, das unter der Decke lief, löste den Kalk und gab härtere Felsen wie den Feuerstein frei. Ihrer Form wegen nennt man die so entstandenen Gebilde Feuersteinnieren.

Stalaktiten (Fisteln) Tropfsteinhöhle Grottes de Thouzon
Feuersteinniere Tropfsteinhöhle Grottes de Thouzon

Einige Wasserbecken sind durch Kalkablagerungen am Boden entstanden. Sie bilden eine Art von Stauseen. Der Rand des Stausees wird mit der Zeit immer höher, bei manchen neigt er sich leicht nach innen und bildet allmählich eine geschlossene Form, die wie eine Glocke aussieht.

Tropfsteinhöhle Grottes de Thouzon
Stausee mit Glocke Tropfsteinhöhle Grottes de Thouzon

Im Saal Salles des Stalactites fistuleus befinden sich farbige fistelartige Stalaktiten. Die rötliche Färbung der Stalaktiten stammt vom Eisenoxyd, die graue Farbe entstammt einem Manganvorkommen. Wenn keine Oxyde vorhanden sind, sind die Stalaktiten vom Kalk weiß gefärbt. An der Decke der Grottes de Thouzon sieht man eine Eichenwurzel, die 15 Meter durch den Kalkboden gewachsen ist, um Feuchtigkeit zu finden.

Die Tropfsteinhöhlen Grottes de Thouzon haben eine Temperatur von 13 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 98 %. Eine Besichtigung der Grottes de Thouzon ist von März bis Anfang November möglich und dauert 45 Minuten.

Infos
Tropfstein
höhle:


Ein von der Decke einer Höhle hängender Tropfstein wird Stalaktit genannt.
Oft wächst dem Stalaktit ein Tropfstein vom Boden entgegen, der Stalagmit.
Wenn der Stalaktit mit dem Stalagmit zusammen wächst, bildet sich eine Tropfsteinsäule auch Sintersäule genannt, die Stalagnat genannt wird.

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