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Pointe Saint-Mathieu - Plougonvelin - Aberküste


Die Pointe Saint-Mathieu besteht aus steil abfallenden Klippen, die dem Wind und dem Meer ausgesetzt sind. Das Kap erstreckt sich in den Atlantischen Ozean und bildet die Nordgrenze der Reede Rade de Brest. Gegenüber liegt die zum Archipel von Molène gehörende Insel Béniguet (Karte Aberküste).

Die Pointe Saint-Mathieu liegt an der touristischen Route der Aberküste (Côte des Abers) im Département Finistère in der Bretagne. Die Aberküste wird auch "Küste der Legenden" (Côte des Légendes) genannt und liegt im historischen Land Pays de Léon.

Kapelle, Leuchtturm, Abtei und Sémaphore

Kapelle, Leuchtturm, Abtei und Sémaphore
Aberküste bei Ebbe

Aberküste bei Ebbe

Die Landzunge Pointe Saint-Mathieu liegt auf einer 20 Meter hohen Klippe in der Gemeinde Plougonvelin. An dieser Stelle befand sich im 12. Jahrhundert die bedeutende Stadt Saint-Mathieu, von der heute nur noch einige Häuser erhalten sind. Sie wurde um das Kloster Abbaye Saint-Mathieu de Fine-Terre erbaut.

Die Pointe Saint-Mathieu ist für ihre schöne Lage und den Leuchtturm Phare de Saint-Mathieu bekannt. Neben den landschaftlichen Sehenswürdigkeiten können die Ruinen der Klosterkirche Saint-Mathieu-de-Fine-Terre, die Kapelle Notre-Dame-de-Grâce sowie eine Ausstellung im Fort und das Museum „Mémoires 39-45” besichtigt werden.

an der Pointe Saint-Mathieu bei Ebbe

an der Pointe Saint-Mathieu bei Ebbe
Wanderweg GR 34 zur Pointe Saint-Mathieu

Wanderweg GR 34 zur Pointe Saint-Mathieu

Von der Pointe Saint-Mathieu aus hat man einen Blick auf die Pointe de Pen Hir der Halbinsel Crozon sowie auf die Pointe du Raz der Cornouaille. In der Ferne liegen die Inseln Île de Sein, Île Molène und Île d'Oussant.

Der aussichtsreiche Wanderweg GR 34 führt an der steilen Aberküste vom Fort de Bertheaume zur Pointe Saint-Mathieu.

Kenotaph - Fort - Leuchtturm - Sémaphore


An der Spitze der Landzunge befindet sich der im Jahr 1927 errichtete Kenotaph de Saint-Mathieu, der an die für Frankreich verstorbenen Seeleute erinnert. Direkt daneben liegt das Fort, das Ludwig der 15. zum Gedenken an die verschollenen Marineinfanteristen errichten ließ.

Das Fort de Saint-Mathieu ist für die Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt eine Ausstellung mit Fotografien der vermissten Seeleute. Ein Soundsystem informiert über die Namen der zerstörten Schiffe und die Art ihrer Vernichtung.

Kenotaph de Saint-Mathieu

Kenotaph de Saint-Mathieu
Fort de Saint-Mathieu

Fort de Saint-Mathieu

Der 37 Meter hohe Leuchtturm Phare de Saint-Mathieu wurde im Jahr 1835 in den Ruinen einer ehemaligen Benediktinerabtei errichtet. 163 Stufen führen hinauf auf den Turm, von dem aus Sie einen herrlichen Rundblick auf die Chaussée de Pierres Noires genießen können. Eine Besichtigung des Leuchtturms ist zu bestimmten Zeiten möglich. Er besitzt ein elektrisches Feuer mit einer Reichweite von 55 bis 60 Kilometern.

Der erste Sémaphore de la Pointe Saint-Mathieu wurde im Jahr 1806 erbaut. Im Jahr 1906 wurde der aktuelle Sémaphore näher an die Küste verlegt, um den Eingang zum Hafen von Brest besser beobachten zu können. Er wurde im 20. Jahrhundert nach und nach verbessert und erreicht heute eine Höhe von 39 Metern über dem Meer.

Leuchtturm Phare de Saint-Mathieu

Leuchtturm Phare de Saint-Mathieu
Sémaphore de la Pointe Saint-Mathieu

Sémaphore de la Pointe Saint-Mathieu

Abtei Saint-Mathieu de Fine-Terre - Kapelle Notre-Dame-de-Grâce


Die Abtei Abbaye Saint-Mathieu de Fine-Terre wurde im 11. bis 15. Jahrhundert auf der Pointe Saint-Mathieu wieder aufgebaut. Von der Abtei sind nur das Eingangsportal und Teile der Kirche mit romanischer und gotischer Architektur erhalten geblieben.

Das Eingangsportal ziert mittig das rekonstruierte Wappen des Herzogs der Bretagne sowie die Jahreszahl 1672, während sich links davon das gehämmerte Wappen der Abtei und rechts davon das Wappen des Abtes Louis de Menou befinden. Abt Menou kümmerte sich von 1658 bis 1702 um die Erneuerung des Klosters.

Die Kirche Saint-Mathieu de Fine-Terre verfügt über eine Fassade aus dem 12. Jahrhundert mit einem Rundbogenportal und drei schmalen Fenstern. Der von einem Kreuzrippengewölbe abgeschlossene Chor stammt aus dem 13. Jahrhundert und wird von einem viereckigen Wehrturm flankiert.

Eingangsportal der Abtei Saint-Mathieu de Fine-Terre

Eingangsportal der Abtei Saint-Mathieu de Fine-Terre
Glockenturm, Leuchtturm, Kirche und Abtei

Glockenturmm, Leuchtturm, Kirche und Abtei

Der Wehrturm stammt wahrscheinlich aus dem 11. Jahrhundert und ist somit das älteste Gebäude der Abtei. Er wurde zunächst als befestigter Bergfried, dann als Wachturm und Feuerturm und schließlich als Glockenturm genutzt. Das rechte längliche Bauwerk sind die Überreste der ehemaligen Gebäude der Benediktinerklosters.

Der alte mit einer Kurbel zu bedienende Brunnen steht neben einer Mauer vor dem Eingangsportal zur Abtei. Leider ließ sich nicht ermitteln, aus welcher Zeit er stammt. Ein Maßwerksfenster auf der Südseite der Kirche wurde restauriert und instand gesetzt.

Brunnen

Brunnen
Südseite der Kirche

Südseite der Kirche

Die vier Säulen mit romanischen Kapitellen der ersten beiden Joche des Kirchenschiffs wurden aus Kalkstein gefertigt. In der spitzbogigen Phase wurden achteckige und runde Granitsäulen für gotische Arkaden (12.–13. Jh.) verbaut. In das Mauerwerk der Wände des Querschiffs wurden kleine Steine in einem romanischen Ähren- oder Fischgrätenmuster verarbeitet.

Bei einer Erweiterung entstanden zwei Anbauten, die senkrecht zum Kirchenschiff verlaufen und mehr oder weniger den Südflügel des Querschiffs kopieren. Auf dem Foto ist die dreieckige Spitze der drei nebeneinander liegenden Giebel zu sehen. Die Westwand der Erweiterungen wurde durch eine gotische Arkade mit neuen Granitpfeilern befestigt.

Anbauten im Rahmen der Erweoterungen

Anbauten im Rahmen der Erweoterungen
Querschiff und Chor

Querschiff und Chor

An der Vierung zum Querschiff gewinnt das Gebäude
an Höhe.
Das Querschiff aus dem 14. bis 15. Jahrhundert
besitzt im Gegensatz zum Kirchenschiff spitzbogige
Architektur.

Der mittlere Teil des Querschiffs wird noch heute von einem hohen Kreuzrippengewölbe überragt. Das Gewölbe des Chors ist besonders gut erhalten. Seine Bögen und Rippen werden von schlanken Säulen getragen. Der Chor aus dem 14. bis 15. Jahrhundert wird von zwei teilweise restaurierten gotischen Maßwerkfenstern und einem Hauptfenster erleuchtet.

Kreuzrippengewölbe des Chors

Kreuzrippengewölbe des Chors
Kirche Saint-Mathieu de Fine-Terre

Kirche Saint-Mathieu de Fine-Terre

Einst verlängerten drei mit Kapellen besetzte Apsiden die flache Apsis der Kirche. Durch den Bau des Leuchtturms blieb jedoch nur die Kapelle Saint-André erhalten. Die hohen Bauteile der Kirche Saint-Mathieu-de-Fine-Terre erhielten durch Strebebögen ihre Stabilität. Die zugemauerten gotischen Fenster mit ihren Rahmen aus filigranen, geometrischen Steinornamenten vermitteln einen Eindruck von der dekorativen Kunst jener Zeit.

Kapelle Saint-André und Strebebögen

Kapelle Saint-André und Strebebögen
Pfeiler und Kreuzrippengewölbe

Pfeiler und Kreuzrippengewölbe
zugemauertes gotisches Fenster

zugemauertes gotisches Fenster

An der zerstörten Mittelapsis befindet sich das Grabmal von Guillaume de Kerlec'h, der von 1430 bis 1462 Abt war. Durch ein mit Spitzbogen verziertes Seitenportal gelangten die Mönche in die Kirche, um an den Gottesdiensten teilzunehmen. Vom restlichen Klostergebäude sind lediglich eine lange Plattform und die Sockel der zehn Fenster erhalten.

Grabmal Guillaume de Kerlec'h

Grabmal Guillaume de Kerlec'h

Eine Treppe führt in den bei archäologischen
Ausgrabungen gefundenen Keller, der für die
Öffentlichkeit zugänglich ist.
mit Spitzbogen verziertes Seitenportal

mit Spitzbogen verziertes Seitenportal

Im Museum "Musée de l'Abbaye Saint-Mathieu-de-Fine-Terre" weren Fotos und Modelle der Architektur des gotischen Gebäudes ausgestellt. Sie können die Abtei auch virtuell besuchen. Dazu fordern Sie am Empfang des Abteimuseums den Flashcode an.

Ein mit einer Jakobsmuschel verzierter Grenzstein symbolisiert den Beginn einer Pilgerreise. Von der Abtei Saint-Mathieu de Fine Terre aus sind es 1.958 Kilometer bis nach Santiago de Compostela. Jedes Jahr findet am ersten Sonntag im August ein Pardon statt. Dieses findet in den Ruinen der Kirche Saint-Mathieu de Fine-Terre statt.

Die Kapelle Notre-Dame-de-Grâce wurde 1861 neben den Ruinen der Klosterkirche und dem Leuchtturm Phare de Saint-Mathieu wieder aufgebaut. Sie ersetzte die zerstörte Kirche Notre-Dame du Bout du Monde des ehemaligen Dorfes Saint-Mathieu. Von dieser Kirche ist nur der gotische, gewölbte Portalvorbau erhalten geblieben.

Kapelle Notre-Dame-de-Grâce

Kapelle Notre-Dame-de-Grâce
Portalvorbau

Portalvorbau

Der gotische Portalvorbau vor der Kapelle Notre-Dame-de-Grâce stammt aus dem 14. Jahrhundert. Um durch das spitzbogige Portal mit dem von zwei Dreipässen durchbrochenen Durchgang zur Kapelle zu gelangen, müssen Sie einige Stufen hinabsteigen. Die Säule des Durchgangs wird von einer gekrönten, stark verwitterten Muttergottesfigur bewacht.

Die Kapelle Notre-Dame-de-Grâce besitzt einen rechteckigen Grundriss mit einem Kirchenschiff, das von einer offenen Holzdachkonstruktion bedeckt wird. Der kleine Kirchturm beinhaltet eine Kirchenglocke.

Muttergottesfigur

Muttergottesfigur
Kirchenschiff

Kirchenschiff der Kapelle

Hinter dem Altar im Chor erhebt sich die imposante Statue von Notre Dame de Grâce aus dem Jahr 1864, die von zwei Engeln begleitet wird. Unter der Statue steht der bretonische Satz Introun Varia ar C'hras. Dieser bretonische Ausdruck für "Notre-Dame-de-Grâce" bezeichnet die Heilige Jungfrau Maria als Mittlerin der Gnade.

Der gotische Bogen hinter der Statue stammt von dem Buntglasfenster der ehemaligen Kirche "Notre-Dame du Bout du Monde". Hinter dem Altar befindet sich das interessanteste Relikt der Kapelle. Es handelt sich um eine unterschiedlich hohe, dreisitzige, geschnitzte Bank aus dem 17. Jahrhundert, die wahrscheinlich aus der benachbarten Abtei stammt.

Statue Notre-Dame-de-Grâce und Bank

Statue Notre-Dame-de-Grâce und Bank
Statue Saint Mathieu

Statue Saint Mathieu

Statue Sainte Anne

Statue Sainte Anne

Die geschnitzten Medaillons der Bank (Chorgestühl?) stellen die drei theologischen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung dar.

Im Kirchenschiff der Kapelle Notre-Dame-de-Grâce befinden sich polychrome Statuen von Saint Mathieu (Matthäus) und Sainte Anne aus dem 17. Jahrhundert.

Zwei kleinere farbige Statuen rahmen Notre Dame de Grâce ein. Es handelt sich um Saint Tanguy und seine Schwester Sainte Haude. Der Legende nach war Saint Tanguy der Gründer der Abtei Saint-Mathieu de Fine-Terre.

Sainte Haude trägt eine Dienstbotenschürze und prangert ihre Schwiegermutter dafür an, dass sie das Verbrechen, dem sie zum Opfer fiel, angestiftet hat. Haude trägt die Spuren ihrer Enthauptung am Hals.

An der Nordwand befindet sich die Statue der Sainte Anne, die die Mutter Christi erzieht. Sie steht Saint Mathieu gegenüber, der das Evangelium in der Hand trägt.

An einer Wand sieht man ein Ex-Voto-Modell eines Fischersegelboots als Votivgabe. In der Nähe des Eingangs steht ein Taufbecken, das aus einer einfachen achteckigen Granitschale besteht.

Die Kapelle Notre-Dame-de-Grâce wurde Ende des 20. Jahrhunderts restauriert.

Kurz vor der Pointe de Saint-Mathieu befindet sich das Museum "Musée Memoires 39-45", das in einem Bunker untergebracht ist. Auf fünf Etagen und einer Ausstellungsfläche von 500 m² werden fünfundzwanzig Soldaten der Küstenartillerie gezeigt, die diese Stellung verteidigten.

In den originalgetreu restaurierten Räumlichkeiten können Sie den Alltag am Atlantikwall anhand von beeindruckend realistischen Inszenierungen entdecken, die durch Tonaufnahmen ergänzt werden. Geöffnet ist vom 1. April bis 11. November durchgehend von 10:00 Uhr bis 18:30 Uhr.

Die malerische Pointe de Corsen ist etwa 25 Minuten Autofahrt entfernt und definitiv einen Besuch wert.

Restaurant Tipp

Restaurant Tipp:
Bistro 1954 (2026)
Tagesmenü 38 Euro
sehr gute Küche