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Aigues-Mortes - Gard provençal


Aigues-Mortes beeindruckt mit einer im gotischen Stil erbauten Stadtmauer hinter der die Altstadt liegt. Die 1634 Meter lange Stadtmauer von Aigues-Mortes stammt aus dem 12. - 14. Jahrhundert und besitzt 3 Ecktürme, 2 flankierenden Türme und je 5 Tore (Porte) und Ausfalltore (Poterne).

Aigues-Mortes liegt in der kleinen (petite) Camargue der Region Gard provençal und ist ein viel besuchtes Reiseziel der Provence.

südliche Stadtmauer Aigues-Mortes

Der zwischen 1242 und 1254 außerhalb der Befestigung erbaute runde zweistöckige Turm Tour de Constance wurde nachträglich in die Stadtmauer integriert. Der Wehrturm Tour de Constance besitzt ein Kreuzrippengewölbe, verzierte Kapitelle, Wasserspeier und erlesene Dekore.

Der Tour de Constance beherbergte im Erdgeschoss einen Wachraum, im Obergeschoss einen Rittersaal sowie Keller im Untergeschoss, die als Speisekammer, Munitionslager und Verliese dienten. Der Wehrturm Tour de Constance wurde mehrere Jahrhunderte als Gefängnis genutzt. Von der Dachterrasse des Tour de Constance hat man eine schöne Aussicht auf Aigues-Mortes, die Salinen und die petite Camargue.

Tour de Constance - Aigues-Mortes
Porte de la Marine - Aigues-Mortes

Die südliche Stadtmauer besaß ab 1278 eine Landungsbrücke. Der Eckturm Tour de la Poudrière, die Tore Porte de la Marine, Porte de Galions, Porte des Moulins und Porte de l'Organeau sowie das Ausfalltor Poterne de l'Arsenal sind in die südliche Stadtmauer integriert.

Die Porte de Moulins trug im 17. Jahrhundert zwei Windmühlen. In die westliche Stadtmauer sind der Eckturm Tour de Bourguignons und das Ausfalltor Poterne des Remblais integriert. Durch das Tor Porte de la Reine und das Ausfalltor Poterne des Cordeliers konnten die Besucher im Osten Aigues-Mortes betreten oder verlassen.

In die nördliche Stadtmauer ist der Eckturm Tour de Villeneuve, die Türme Tour de la Mèche, Tour du Sel sowie die Tore Porte Saint-Antoine und Porte de la Gardette eingelassen. Das Haupttor Porte de la Gardette wurde vom 16. bis 18. Jahrhundert durch eine Zugbrücke geschützt und war damals der einzige Zugang zur Stadt.

Porte de Galions - Aigues-Mortes
Haupttor Porte de la Gardette - Aigues-Mortes

Die Sehenswürdigkeiten der mittelalterlichen Stadt Aigues-Mortes können an Bord eines kleinen Touristenzugs (petit train touristique) erkundet werden. Die kommentierte Rundfahrt dauert 25 Minuten. Der Touristenzug fährt vom 1. April bis 30. September täglich an der Porte de la Gardette ab.

Der Platz Place Saint-Louis ist das touristische Herz der Stadt. Er liegt gegenüber des Haupttors Porte de la Gardette und wird von der Statue Saint Louis aus dem Jahr 1849 geschmückt.

Touristenzug (petit train touristique d’Aigues-Mortes)
Platz Place Saint-Louis - Aigues-Mortes

Die gotische Kirche Église Notre-Dame-des-Sablons wurde im 13. Jahrhundert erbaut und besitzt wenige Relikte der ehemaligen 1183 erwähnten Kirche. Die ungewöhnliche Fassade wird am Dachrand links von einem runden Kirchturm und rechts von einem viereckigen Uhrturm unterbrochen.

Zwischen dem Kirchturm und dem Uhrturm sind 3 Kirchenglocken in separatem Steingehäusen untergebracht. Die größte Kirchenglocke hat einen Durchmesser von 1,07 Meter und stammt aus dem Jahr 1740.

Kirche Église Notre-Dame-des-Sablons - Aigues-Mortes
Kirchenschiff und Chor Notre-Dame-des-Sablons - Aigues-Mortes

Die Kirche Notre-Dame-des-Sablons wird durch ein vierachsiges Gewölbe mit großen Spitzbögen in drei Kirchenschiffe mit seitlichen Kapellen unterteilt. Die Seitenkapellen stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Der Hauptaltar (Maître Autel) besteht aus einer einfachen Steinplatte, die auf einem rechteckigen Steinsockel ruht.

Die Kirche Notre-Dame-des-Sablons wurde 1804 im Stil des klassizistischen Barocks restauriert. Das hölzerne Kruzifix über dem Altar stammt aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Bei dem als Kanzel genutzten Element handelt es sich um einen gallo-romanischen Altar.

Im Kirchenschiff befinden sich schöne Statuen von Notre-Dame de Lourdes, Saint Louis und Sainte Anne (14. Jahrhundert). Die Orgel (Orgue) stammt aus dem Jahr 1973.

Auf dem Boulevard Gambetta steht ein Arkadenhaus (Maison à Arcades) aus dem 17. Jahrhundert. Sechs kräftige halbkreisförmige Arkadenbögen stützen die darüber liegenden zwei Stockwerke. Auffallend sich die hohen Pfostenfenster in der ersten Etage und die niedrigen Pfostenfenster im zweiten Stockwerk.

Arkadenhaus - Aigues-Mortes

Am Platz Place de la Viguerie beeindruckt das
riesige Kreuzstockfenster des Hauses mit schön
gestaltetem Fensterkreuz.
Kreuzstockfenster - Aigues-Mortes

Die Kapelle Chapelle des Pénitents blancs wurde im Jahr 1668 erbaut. Die Kapelle Chapelle des Pénitents blanc gehört der Bruderschaft der weißen Büßer. Auf dem Gewölbe über dem Chor ist eine Kopie des Altarbildes Retable de Jérusalem zu sehen. Das halbkreisförmige Altarbild Retable de Jérusalem ist 12,20 Meter breit und 4 Meter hoch. Auf vier großformatigen Gemälden sieht man den Lebenszyklus der Jungfrau Maria.

Die Kapelle Chapelle des Pénitents gris aus dem Jahr 1605 steht östlich des Place de la Viguerie. Die Fassade der Kapelle Chapelle des Pénitents gris ist im Stil Ludwigs XIV gehalten. Die Eingangstür des 17. Jahrhunderts schmückt eine Holzstatue.

Im Kirchenschiff beeindruckt das den Chorboden einnehmende Altarbild Retable de la Passion du Christ aus dem Jahr 1687. Der Altar (Autel) wurde 1838 aus weißem Marmor hergestellt. In der außerordentlich beeindruckenden Kapelle Pénitents gris durften wir leider nicht fotografieren.

Kapelle Chapelle des Pénitents blancs - Aigues-Mortes
Kapelle Chapelle des Pénitents gris - Aigues-Mortes

Südöstlich von Aigues-Mortes wird das bekannte Meersalz der Camargue in den Salinen (Salins d'Aigues-Mortes) gewonnen. Die Salinen können entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem kleinen Touristenzug (petit train) besichtigt werden.

Straße in Aigues-Mortes
Salinen (Salins d'Aigues-Mortes)

Empfehlenswerte Reiseziele im regionalen Naturpark Camargue sind der See Étang de Vaccarès, der Leuchtturm Phare de la Gacholle und Saintes-Maries-de-la-Mer.

Fête votive - Markt (Marché provençal) - Flohmarkt (Puces)


In Aigues-Mortes wird traditionell in der zweiten Oktoberwoche das Ende der Weinlese (Vendanges) und der Salzernte (Récolte du Sel) gefeiert. Außerdem findet jährlich im Oktober das Fest Fête votive in den Arenen des Le Plan des Théâtres d'Aigues-Mortes zwischen der Porte des Moulins und der Poterne de Galions statt.

Es handelt sich um eine temporäre Arena, die von Tribünen umgeben ist, die Theater (Théâtre) genannt werden. Die Theatertribünen sind 2 Meter breite und 4 bis 5 Meter hohe Holzkonstruktionen. Ca. 106 Theatertribünen bilden den Plan des Théâtres, der für eine Woche den Rahmen für tägliche Vorstellungen mit Camargue-Stieren und Reitern bildet.

Ein großer provenzalischer Markt (Marché provençal) findet mittwochs und sonntags von 8 bis 13 Uhr statt. Die Marktbeschicker bieten lokale Produkte, Obst, Spargel, Möhren aus Sandboden, Kartoffeln der Camargue, Fisch, Krustentiere, Fleisch AOC, Würste von Camargue Stieren, Honig, Oliven und Produkte mit den Düften und Farben des Südens an.

Jeden Samstagmorgen findet von 8 bis 13 Uhr ein großer Flohmarkt (Marché aux Puces) von Anfang April bis Ende September (außer am 26. August, da dann das Fêtes de la Saint Louis gefeiert wird) statt.

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