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Venasque - Vaucluse - Provence


Venasque liegt geschützt auf einem Felssporn über der Ebene von Carpentras im Département Vaucluse der Provence. Venasque war früher Bischofssitz und Namensgeber der Grafschaft Comtat Venaissin.

Venasque besitzt ein altes Baptisterium und eine römische Stadtmauer mit Türmen. Der schöne Ortskern bezaubert mit Gebäuden aus dem 14. und 18. Jahrhundert und dem Platz mit Brunnen (Place de la Fontaine). Venasque ist eines der schönsten Dörfer (plus beaux Villages) der Provence.

Venasque - Brunnen Place de la Fontaine

Der Brunnen rechts steht in der Nähe der Kirche
Notre-Dame und trägt die Inschrift "hundertährige
Vereinigung der Grafschaft Venaissin 1651 (Centenaire
Réunion du Comtat)".
Venasque - Brunnen Centenaire Réunion du Comtat 1651

Gasse in Venasque
Gasse in Venasque

Das Foto oben rechts weist eine Kuriosität auf. Neben dem schönen alten Glockenturm (Tour de l'Horloge, Beffroi) wurde eine quadratische moderne Uhr angebracht.

Kirche Notre-Dame - Taufkapelle


Venasque - Kirche Notre-Dame und kleines Portal der Südseite

Das ursprüngliche Gebäude der Kirche (Église) Notre-Dame de Venasque wurde wahrscheinlich im 6. Jahrhundert gebaut. Dieses Gebäude wurde im Jahr 1258 durch eine Kathedrale ersetzt.

Auf dem Gelände der Kathedrale aus dem Jahr 1258 wurde die Kirche (Église) Notre-Dame im 17. und 18. Jahrhundert mit zwei seitlichen Kapellen gebaut.

Das Hauptportal der Kirche Notre-Dame ist romanisch. Geschützt unter einer gewölbten Vorhalle wird das Hauptportal von vier Halbsäulen umrahmt.

Das kleinere Portal der Südseite wurde vom Barock beeinflusst. Der dreieckige Giebel über der Tür der Südseite trägt ein Motiv und ist mit einer Inschrift verziert. An der Spitze des Südportals befindet sich in einer Nische die Statue der Jungfrau.

Venasque - Hauptportal Kirche Notre-Dame
Venasque - Kirche Notre-Dame - kleines Portal der Südseite

Die Kirche Notre-Dame besitzt ein Kreuzigungsgemälde (Crucifixion) der Schule von Avignon aus dem Jahr 1498. Der Altaraufsatz (Retable) stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Venasque - Kirchenschiff Notre-Dame mit Altaraufsatz
Venasque - Nebenaltar Kirche Notre-Dame

Über einen langen Flur der Kirche Notre-Dame erreicht man die Taufkapelle (Baptistère) von Venasque. Die Taufkapelle stammt aus der Zeit des 6. und 7. Jahrhunderts und ist vermutlich eines der ältesten religiösen Gebäude der Region. Das Baptisterium war Bestandteil der früheren Cathédrale.

Die Taufkapelle besitzt ein Kreuzgratgewölbe und verfügt über vier Apsiden. Die Apsiden wurden seit dem 11. Jahrhundert mehrfach umgestaltet. Sie bewahrten jedoch die ursprüngliche Form des Baptisteriums. Sechs Säulen tragen fünf Bögen entsprechend dem Bild der fünf Sinne in alle Himmelsrichtungen. Dadurch entsteht die Form eines Kreuzes als Zeichen des Heils.

Die Taufkapelle wurde in der ersten Zeit der römischen Besatzung benutzt und ausgebaut. Dies bestätigen die römischen Säulen und Kapitelle. Im Boden befindet sich das achteckige ursprüngliche Taufbecken.

Venasque - achteckiges Taufbecken - Taufkapelle
Venasque - Altar - Taufkapelle

Das Taufbecken befindet sich nicht genau in der Mitte des Raumes. Zwei Öffnungen einer Wasserleitung sind in der südlichen Apsis zu sehen. Durch diese Öffnungen wurde das Becken mit Wasser gefüllt. Das Wasser floss nach Osten ab in Richtung des Sonnenaufgangs. Das Taufbecken war wahrscheinlich mit einem Mosaik ausgelegt.

Der aus Marmor bestehende Altar (Autel) in der nördlichen Apsis gleicht den tischförmigen, christlichen Altären des 4. und 5. Jahrhunderts. Das Marmorbecken in der westlichen Apsis soll eine Ölpresse gewesen sein. Im Gewölbe der Apsis befinden sich kleine Öffnungen, um die Akustik zu verbessern. In römischer Zeit brachte man zur Verbesserung der Akustik Resonanzgefäße aus sehr feiner Keramik an.

Die Statue in der Nische stellt den Heiligen (Saint) Siffrein dar. Er war Mönch in der Abtei (Abbaye) Lérins und wurde im 6. Jahrhundert Bischof von Venasque. Die Taufkapelle von Venasque wird noch für Taufen benutzt.

Venasque - Marmorbecken Taufkapelle
Venasque - Saint Siffrein Taufkapelle

Stadtmauer - Sarazenen Türme - Kapelle Saint-Siffrein


Mit dem Bau der römischen Stadtmauer (Enceinte) und der drei Sarazenen Türme (Tours Sarrasines) wurde im 1. Jahrhundert begonnen. Die Türme Tour Sarrasines wurden auf gallo-römischen Fundamenten errichtet. Sie sollten Venasque vor der Invasion der Sarazenen schützen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Tours Sarrasines restauriert. Die römische Stadtmauer und die Tours Sarrasines sind historische Bauwerke (Monuments historiques). Von der Esplanade vor den Tours Sarrasines reicht der Blick vom Norden des ehemaligen Comtat Venaissin bis zu den Dentelles de Montmirail und zum Berg Mont Ventoux (1912 Meter).

Venasque - Stadtmauer - Sarazenen Türme
Venasque - Stadtmauer - Sarazenen Türme

An der westlichen Ausfahrt von Venasque steht die romanische Kapelle (Chapelle) Saint-Siffrein aus dem 11. oder 12. Jahrhundert.

Markt (Marché provençal) - Kirschen


Ein provenzalischer Markt (Marché provençal) findet von Mitte Juni bis Mitte September freitags von 17 Uhr bis 20 Uhr im Zentrum von Venasque statt. 20 Händler bieten frisches Obst, Gemüse, regionale und selbst hergestellte Produkte, Kleidung, Küchengeräte, Möbel, Spielwaren und anderes an.

Unter dem Namen "Cerises de Monts de Venasque" vertreiben 110 Produzenten in 21 Kommunen Premium - Kirschen in Frankreich. Die Kirschen reifen im Herzen der Provence und genießen ca. 4800 Sonnenstunden. Die Kirschernte erfolgt je nach Sorte von Mitte Mai bis Mitte Juli. Die Sorte Burlat wird zu Beginn der Saison und die Sorten Belge und Van werden Mitte Juli geerntet.

Restaurant Tipp
Restaurant Tipp:
Les Remparts (2016)
Venasque
Menü 22 Euro
Cuisine du Terroir

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